Ein individueller Stoffdruck gibt Modemarken die Möglichkeit, eine eigene visuelle Handschrift direkt in das Material ihrer Kollektion zu integrieren. Statt auf allgemein verfügbare Muster zurückzugreifen, können Unternehmen exklusive Prints, Monogramme, geometrische Motive, florale Designs, Camouflage-Varianten oder komplexe Illustrationen entwickeln lassen.
Für professionelle Kollektionen reicht es jedoch nicht aus, lediglich eine Grafik an eine Druckerei zu senden.
Das Ergebnis wird durch zahlreiche technische Faktoren beeinflusst: die Größe des Motivs, der Aufbau des Rapports, die Stoffzusammensetzung, das Druckverfahren, die Farbabstimmung, das Schrumpfverhalten sowie die spätere Positionierung beim Zuschnitt und Nähen.
Ein Print kann auf dem Bildschirm perfekt aussehen und auf Baumwolljersey, French Terry, Viskose oder Polyester dennoch völlig unterschiedlich wirken. Deshalb muss der individuelle Stoffdruck von Beginn an als Teil des gesamten Produktionsprozesses geplant werden.
Für B2B-Kunden besteht das Ziel nicht allein darin, einen optisch interessanten Stoff zu entwickeln. Der Print muss reproduzierbar, waschbeständig, produktionssicher und über verschiedene Größen hinweg kommerziell einsetzbar sein.
Was ist individueller Stoffdruck?
Individueller Stoffdruck bezeichnet das Bedrucken eines Textils mit einem exklusiv für eine Marke oder Kollektion entwickelten Design.
Das Motiv kann auf eine komplette Stoffbahn, auf einzelne zugeschnittene Teile oder auf bestimmte Bereiche eines Kleidungsstücks gedruckt werden. Welche Lösung geeignet ist, hängt vom Design, dem Material und der gewünschten Wirkung ab.
Typische Anwendungen sind:
- All-over-Prints
- Nahtlose Rapportmuster
- Markenmonogramme
- Florale und botanische Designs
- Abstrakte Motive
- Geometrische Muster
- Streifen und Karos
- Camouflage-Varianten
- Fotorealistische Illustrationen
- Speziell platzierte Front-, Rücken- oder Ärmeldrucke
Bei einem All-over-Print wird der Stoff normalerweise vor dem Zuschnitt bedruckt. Anschließend werden die Schnittteile aus der bedruckten Ware herausgeschnitten und zum fertigen Kleidungsstück verarbeitet.
Das unterscheidet sich von einem klassischen Brust- oder Rückendruck, der häufig erst auf ein bereits genähtes T-Shirt oder einen Hoodie aufgebracht wird.
Wie funktioniert Custom Fabric Printing?
Ein professionell organisierter Stoffdruckprozess besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schritten:
- Die Marke stellt die Originalgrafik oder Designidee bereit.
- Das Motiv wird als Rapport oder platzierte Druckdatei aufbereitet.
- Ein geeigneter Stoff wird ausgewählt.
- Das passende Druckverfahren wird festgelegt.
- Farben und Motivgröße werden technisch abgestimmt.
- Ein Strike-off oder Druckmuster wird produziert.
- Die bedruckte Stoffprobe wird geprüft und freigegeben.
- Ein vollständiges Bekleidungsmuster wird zugeschnitten und genäht.
- Rapport, Nahtverlauf und Motivplatzierung werden kontrolliert.
- Nach der finalen Freigabe beginnt der Druck der Serienware.
Jeder dieser Schritte beeinflusst das fertige Produkt.
Eine reine Freigabe der Grafikdatei ist nicht ausreichend. Die Marke sollte ebenfalls prüfen, wie das Muster an Schultern, Seitennähten, Taschen, Kragen, Bündchen, Reißverschlüssen und gebogenen Schnittbereichen wirkt.
Gerade bei größeren Motiven kann sich der visuelle Eindruck stark verändern, sobald der bedruckte Stoff dreidimensional am Körper getragen wird.
All-over-Print oder Placement Print?
Die Unterscheidung zwischen All-over-Print und Placement Print ist für die Produktionsplanung besonders wichtig.
All-over-Print
Bei einem All-over-Print bedeckt das Design einen großen Teil oder die gesamte Stoffoberfläche. Das Muster wird meist als fortlaufender Rapport über die Breite und Länge des Stoffes wiederholt.
Diese Technik wird häufig eingesetzt für:
- Hemden und Blusen
- Kleider und Röcke
- Resortwear
- Pyjamas und Loungewear
- Trainingsanzüge
- Bademode
- Leggings
- Schals
- Jacken
- koordinierte Sets
Da die Schnittteile aus einer durchgehend bedruckten Stoffbahn herausgeschnitten werden, kann jedes Kleidungsstück einen leicht unterschiedlichen Ausschnitt des Musters zeigen.
Diese Variation kann gestalterisch erwünscht sein. Enthält der Print jedoch ein wichtiges Motiv, das immer an einer bestimmten Stelle erscheinen soll, muss die Platzierung bereits beim Zuschnitt geplant werden.
Placement Print
Ein Placement Print wird gezielt für eine bestimmte Position auf dem Kleidungsstück entwickelt.
Mögliche Positionen sind:
- Vorderseite
- Rücken
- Ärmel
- Kapuze
- Tasche
- Hosenbein
- Kragen
- Seitenteil
- Vorder- und Rückseite als zusammenhängendes Motiv
Placement Prints erfordern eine präzise Abstimmung zwischen Grafik, Schnittmuster, Druckformat, Zuschnitt und Näherei.
Sie eignen sich besonders für große Illustrationen, Bordüren, Markenmotive oder grafische Elemente, die nicht zufällig durch eine Naht getrennt werden dürfen.
Der Rapport als Grundlage eines professionellen Stoffprints

Ein Rapport beschreibt die Art, wie sich ein Motiv über die gesamte Stofffläche wiederholt.
Ein schlecht aufgebauter Rapport kann sichtbare Unterbrechungen, unerwünschte Linien, leere Bereiche oder auffällige Motivgruppen erzeugen. Auf einer kleinen Bildschirmansicht fallen solche Fehler oft kaum auf. Auf mehreren Metern bedrucktem Stoff können sie den Gesamteindruck jedoch deutlich beeinträchtigen.
Gängige Rapportarten sind:
- Gerader Rapport
- Halbversetzter Rapport
- Ziegelrapport
- Spiegelrapport
- Gerichteter Rapport
- Unregelmäßiger oder gestreuter Rapport
Welcher Aufbau sinnvoll ist, hängt von der Gestaltung und vom Kleidungsstück ab.
Ein gerichtetes Muster, bei dem alle Motive nach oben zeigen, kann für Hemden oder Kleider ideal sein. Gleichzeitig kann es den Stoffverbrauch erhöhen, da Schnittteile beim Zuschnitt nicht beliebig gedreht werden können.
Ein ungerichtetes Muster bietet mehr Flexibilität und kann eine wirtschaftlichere Schnittlage ermöglichen.
Was muss vor der Rapportfreigabe geklärt werden?
Vor dem Druck sollten Marken folgende Fragen beantworten:
- Wie groß soll das einzelne Motiv auf dem Stoff erscheinen?
- In welchem Abstand wiederholt sich das Design?
- Ist das Muster gerichtet oder ungerichtet?
- Entstehen unerwünschte horizontale oder vertikale Linien?
- Gibt es sichtbare Lücken zwischen den Wiederholungen?
- Funktioniert der Rapport in allen geplanten Konfektionsgrößen?
- Müssen Seitennähte, Taschen oder Knopfleisten aufeinander abgestimmt werden?
Die tatsächliche Motivgröße sollte immer im Maßstab 1:1 geprüft werden.
Ein Design, das auf einem Laptop ausgewogen wirkt, kann auf einem Oversized Hoodie zu klein oder auf einem Kinderprodukt deutlich zu groß erscheinen.
Farbabstimmung beim individuellen Stoffdruck
Die Farbabstimmung gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen der Stoffentwicklung.

Ein identischer digitaler Farbwert kann auf Baumwolle, Polyester, Viskose oder Nylon unterschiedlich wirken. Die Grundfarbe, Oberflächenstruktur, Saugfähigkeit und Ausrüstung des Stoffes beeinflussen das Druckergebnis.
Ein Bildschirm erzeugt Farben mithilfe von Licht. Auf einem Stoff entstehen Farben dagegen durch Pigmente, Farbstoffe oder Tinten. Eine direkte Übereinstimmung zwischen Monitor und Textil kann daher nicht vorausgesetzt werden.
Pantone, Farbmuster und Strike-offs
Pantone-Referenzen sind für die Kommunikation hilfreich, ersetzen aber keine reale Druckprobe auf dem Produktionsstoff.
Für eine professionelle Farbabstimmung werden unter anderem verwendet:
- Pantone-Farbreferenzen
- Physische Farbmuster
- Originalvorlagen der Marke
- Lab Dips
- Bedruckte Strike-offs
- Freigegebene Stoffmuster
- Spektrale Farbmessungen
Physische Referenzen sind besonders wichtig, wenn der bedruckte Hauptstoff mit einfarbigen Komponenten kombiniert werden soll.
Dazu gehören beispielsweise:
- Rippbündchen
- Futterstoffe
- Reißverschlüsse
- Kordeln
- Knöpfe
- Etiketten
- Verpackungselemente
Bei einem Premium-Hoodie muss der Farbton des Prints möglicherweise mit dem Kragenripp, dem Bündchen oder einer Stickerei harmonieren. Kleine Abweichungen können im fertigen Produkt deutlich sichtbarer sein als auf einzelnen Stoffmustern.
Warum das Licht bei der Farbfreigabe wichtig ist
Farben können unter Tageslicht, warmem Innenlicht, Studiobeleuchtung oder Verkaufsraumbeleuchtung unterschiedlich erscheinen. Dieses Phänomen wird als Metamerie bezeichnet.
Die finale Freigabe sollte deshalb möglichst unter standardisierten Lichtbedingungen erfolgen.
Fotos über Messenger oder E-Mail können zur schnellen Orientierung dienen. Für eine verbindliche Farbfreigabe sind sie jedoch ungeeignet, da Kamera, Bildschirm und automatische Bildkorrekturen das Ergebnis verändern können.
Welcher Stoff eignet sich für einen individuellen Print?
Das Druckverfahren muss zur Stoffzusammensetzung und zum späteren Einsatzbereich passen.
Baumwolljersey
Baumwolljersey wird häufig für T-Shirts, Kleider, Loungewear und leichte Fashion-Produkte verwendet.
Ein glatter, gekämmter Jersey ermöglicht meist feinere Druckdetails als ein sehr grober oder stark strukturierter Stoff. Gleichzeitig müssen Saugfähigkeit, Schrumpfung und Waschverhalten berücksichtigt werden.
French Terry und Fleece
French Terry und Fleece sind wichtige Materialien für Hoodies, Sweatshirts, Jogginghosen und Streetwear-Kollektionen.
Bedruckt wird in der Regel die glatte Außenseite. Bei schweren Stoffqualitäten kann das Druckbild weicher und weniger scharf erscheinen als auf einem leichten Jersey.
Vor der Serienproduktion sollten Printdefinition, Waschbeständigkeit und Maßstabilität getestet werden.
Polyester
Polyester wird häufig bei Sportbekleidung, Bademode, Funktionsprodukten, Futterstoffen und technischen Kollektionen eingesetzt.
Für weiße oder helle Polyesterstoffe ist der Sublimationsdruck oft eine geeignete Lösung. Er ermöglicht detaillierte Motive, intensive Farben und eine hohe Beständigkeit, da die Farbe in die Faser eingebracht wird.
Viskose und Modal
Viskose und Modal eignen sich für fließende Kleider, Blusen, Röcke und hochwertige Casualwear.
Diese Materialien können Farben sehr attraktiv wiedergeben. Gleichzeitig reagieren sie teilweise empfindlich auf Feuchtigkeit, mechanische Belastung und Waschprozesse. Deshalb sind Tests zur Maßstabilität besonders wichtig.
Elastische Stoffe
Bei Stoffen mit Elastananteil muss geprüft werden, wie sich der Print unter Dehnung verhält.
Ein Muster kann im entspannten Zustand korrekt aussehen und beim Tragen heller, breiter oder optisch verzerrt erscheinen. Die Druckprobe sollte daher unter einer Dehnung getestet werden, die der tatsächlichen Nutzung entspricht.
Digitaler Stoffdruck
Beim digitalen Stoffdruck wird das Motiv mithilfe spezialisierter Drucktechnik direkt auf die Textiloberfläche übertragen.
Das Verfahren eignet sich besonders für:
- Detailreiche Illustrationen
- Viele Farben
- Farbverläufe
- Fotorealistische Designs
- Komplexe Muster
- Kleinere und mittlere Entwicklungsserien
- Mehrere Varianten innerhalb einer Kollektion
Da keine separaten Siebe für jede Farbe vorbereitet werden müssen, kann Digitaldruck für Musterentwicklung, Kapselkollektionen und Designs mit vielen Farbtönen wirtschaftlich interessant sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Digitaldruck grundsätzlich die beste Lösung darstellt.
Die Entscheidung hängt von Material, Auflage, Farbsättigung, Zielpreis, Waschbeständigkeit und gewünschtem Griff ab.
Siebdruck für individuelle Stoffdesigns
Beim Siebdruck wird jede Farbe über ein vorbereitetes Sieb auf den Stoff übertragen.

Das Verfahren eignet sich besonders für:
- Klare, grafische Motive
- Begrenzte Farbanzahl
- Hohe Farbdeckung
- Wiederkehrende Muster
- Mittlere und größere Produktionsmengen
- Drucke mit speziellem Griff oder Finish
Die Einrichtung ist aufwendiger, da für einzelne Farben separate Siebe erforderlich sein können. Bei größeren Mengen kann der Siebdruck jedoch wirtschaftlich effizient werden.
Die Kosten werden unter anderem beeinflusst durch:
- Anzahl der Farben
- Größe des Motivs
- Stoffbreite
- Rapportlänge
- Registrierungsgenauigkeit
- Produktionsmenge
- Gewünschte Druckeffekte
Digitaldruck oder Siebdruck?
| Kriterium | Digitaldruck | Siebdruck |
|---|---|---|
| Geeignet für | Detailreiche, mehrfarbige Designs | Klare Motive mit wenigen Farben |
| Einrichtung | Vergleichsweise flexibel | Siebvorbereitung erforderlich |
| Kleine Mengen | Häufig besser geeignet | Durch Einrichtungskosten teurer |
| Große Mengen | Projektabhängig | Häufig wirtschaftlich |
| Farbverläufe | Sehr gut darstellbar | Technisch anspruchsvoller |
| Farbdeckung | Abhängig von Stoff und Tinte | Sehr hohe Deckkraft möglich |
| Sampling | Flexibel und schnell | Mehr Vorbereitung erforderlich |
| Oberflächengefühl | Häufig weich | Abhängig von Farbe und Auftragsmenge |
Die Wahl sollte nicht allein nach dem Aussehen getroffen werden. Ein erfahrener Hersteller bewertet Design, Stoff, Menge, Zielpreis und Qualitätsanforderungen gemeinsam.
Warum ein Strike-off vor der Serienproduktion notwendig ist
Ein Strike-off ist eine bedruckte Stoffprobe, die vor dem Druck der kompletten Stoffmenge produziert wird.
Damit können Marke und Hersteller prüfen, ob das Design auf dem ausgewählten Material technisch und optisch funktioniert.
Kontrolliert werden sollten:
- Farbgenauigkeit
- Motivgröße
- Rapportübergänge
- Schärfe
- Detailwiedergabe
- Eindringtiefe der Farbe
- Stoffgriff
- Dehnungsverhalten
- Waschbeständigkeit
- Reibechtheit
- Mögliche Farbübertragung
Nach der Freigabe des Strike-offs sollte ein vollständiges Bekleidungsmuster produziert werden.
Eine flache Stoffprobe zeigt nicht, wie der Print an Nähten, Rundungen, Taschen, Ärmeln oder Kapuzen wirkt. Erst das genähte Muster ermöglicht eine realistische Bewertung des späteren Serienprodukts.
Printverzerrungen beim Zuschnitt und Nähen vermeiden
Auch ein technisch sauber gedruckter Stoff kann im fertigen Kleidungsstück problematisch wirken, wenn Zuschnitt und Verarbeitung nicht auf das Muster abgestimmt sind.

Stoff entspannen lassen
Strickstoffe können beim Rollen, Transportieren oder Bedrucken gedehnt werden. Vor dem Zuschnitt sollte das Material ausreichend entspannen, damit es zu seinen natürlichen Abmessungen zurückkehrt.
Wird der Stoff zu früh geschnitten, können verdrehte Seitennähte, Maßabweichungen und verzogene Motive entstehen.
Schrumpfung vorab testen
Druck-, Wasch- und Ausrüstungsprozesse können die Stoffabmessungen verändern.
Die Schrumpfung sollte vor der finalen Freigabe des Schnittmusters ermittelt werden. Bei Bedarf können Schnitt oder Druckgröße entsprechend angepasst werden.
Fadenlauf kontrollieren
Schnittteile müssen korrekt am Fadenlauf ausgerichtet werden.
Eine falsche Positionierung kann dazu führen, dass Streifen, Karos oder geometrische Linien schräg verlaufen. Bei Strickstoffen kann das Kleidungsstück zusätzlich nach dem Waschen verdrehen.
Muster an Nähten abstimmen
Je nach Qualitätsniveau kann eine Abstimmung des Prints erforderlich sein an:
- Seitennähten
- Knopfleisten
- Taschen
- Passe
- Kragen
- Ärmelnähten
- Hosenbeinen
- Reißverschlüssen
Eine solche Musteranpassung verbessert die hochwertige Wirkung. Sie erhöht jedoch meist den Stoffverbrauch und den Aufwand im Zuschnitt.
Die Marke sollte deshalb vor Produktionsbeginn definieren, an welchen Stellen eine exakte Abstimmung erwartet wird.
Dehnung beim Nähen kontrollieren
Bedruckte Strickteile dürfen während des Nähens nicht unnötig gedehnt werden.
Falsche Handhabung kann den Print an Halsloch, Schulter, Armloch oder Saum verformen. Geeignete Maschinen, Transportsysteme, Nahtarten und erfahrene Mitarbeiter helfen, die ursprüngliche Form des Designs zu erhalten.
Häufige Fehler bei Custom Fabric Printing

Viele Entwicklungsprobleme lassen sich vermeiden, wenn Marken einige typische Fehler frühzeitig berücksichtigen:
- Druckdaten mit zu niedriger Auflösung
- Farbfreigabe ausschließlich am Bildschirm
- Unklare oder nicht maßstabsgetreue Rapportgröße
- Wahl des Druckverfahrens vor der Stoffauswahl
- Keine Prüfung von Schrumpfung und Wascheigenschaften
- Nicht gekennzeichnete Laufrichtung des Musters
- Erwartung einer Nahtanpassung ohne zusätzlichen Zuschnittaufwand
- Serienfreigabe ohne Strike-off
- Keine vollständige Bekleidungsprobe
- Wechsel der Stoffqualität nach Druckfreigabe
Ein strukturierter Freigabeprozess reduziert Korrekturschleifen, Terminrisiken und unnötige Materialkosten.
Warum Istanbul für bedruckte Fashion-Kollektionen relevant ist
Istanbul verfügt über ein eng vernetztes Ökosystem für Textil- und Bekleidungsproduktion.
Stofflieferanten, Druckereien, Schnittentwickler, Musterabteilungen, Nähereien, Stickereien sowie Hersteller von Labels und Verpackungen befinden sich innerhalb eines vergleichsweise konzentrierten Produktionsumfelds.
Für deutsche und europäische Unternehmen kann diese Nähe mehrere Vorteile bieten:
- Kürzere Kommunikationswege
- Engere Abstimmung während der Musterphase
- Schnellere Übergänge zwischen Stoffentwicklung und Konfektion
- Gute Erreichbarkeit aus Deutschland
- Erfahrung mit europäischen Qualitätsanforderungen
- Flexibilität bei modischen und technisch anspruchsvollen Kollektionen
Der zentrale Vorteil liegt in der Koordination.
Individueller Stoffdruck sollte nicht als isolierte Druckleistung betrachtet werden. Er muss mit Stoffbeschaffung, Schnittentwicklung, Sampling, Zuschnitt, Näherei, Veredelung und Qualitätskontrolle verbunden sein.
Individueller Stoffdruck mit Istanbul Factory
Istanbul Factory unterstützt Modemarken, Streetwear-Unternehmen, Start-ups und etablierte Labels bei der Entwicklung und Produktion individueller Bekleidungskollektionen in Istanbul.
Je nach Projekt umfasst die Zusammenarbeit:
- Stoffbeschaffung und Materialberatung
- Prüfung der Druckdaten
- Rapportentwicklung
- Beratung zum geeigneten Druckverfahren
- Farbabstimmung
- Strike-off-Produktion
- Schnitt- und Musterentwicklung
- Bekleidungssampling
- Zuschnitt und Konfektion
- Druck- und Stickereiveredelung
- Label- und Verpackungsentwicklung
- Qualitätskontrolle
- Koordination der Serienproduktion
Unser Team prüft vor Produktionsbeginn, wie Design, Material, Verarbeitung, Menge und Qualitätsniveau zusammenwirken.
Damit lassen sich Probleme erkennen, bevor die gesamte Stoffmenge bedruckt oder zugeschnitten wurde.
Ihre bedruckte Kollektion professionell entwickeln
Ein erfolgreicher Stoffprint beginnt mit einer klaren technischen Vorbereitung.
Senden Sie Istanbul Factory Ihre Designentwürfe, Referenzbilder, gewünschten Bekleidungsmodelle, bevorzugten Stoffzusammensetzungen und geplanten Mengen. Auf dieser Grundlage kann unser Team die Umsetzbarkeit bewerten und einen geeigneten Entwicklungs- und Produktionsweg empfehlen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter individuellem Stoffdruck?
Individueller Stoffdruck bezeichnet das Bedrucken eines Textils mit exklusiven Motiven, Rapporten oder Illustrationen, die für eine bestimmte Marke oder Kollektion entwickelt wurden. Der bedruckte Stoff wird anschließend zugeschnitten und zu Bekleidung oder Accessoires verarbeitet.
Welches Druckverfahren eignet sich am besten für Stoffe?
Das passende Verfahren hängt von der Stoffzusammensetzung, der Anzahl der Farben, der Motivkomplexität, der Bestellmenge, der geforderten Haltbarkeit und dem Zielpreis ab. Digitaldruck eignet sich häufig für detailreiche mehrfarbige Designs, während Siebdruck bei klaren Motiven und größeren Mengen wirtschaftlich sein kann.
Was ist ein All-over-Print?
Ein All-over-Print ist ein Design, das einen großen Teil oder die gesamte Stoffoberfläche bedeckt. Das Motiv wird meist als fortlaufender Rapport auf den Stoff gedruckt, bevor die einzelnen Schnittteile zugeschnitten werden.
Welche Dateien werden für individuellen Stoffdruck benötigt?
Für Logos, geometrische Muster und klare Grafiken werden häufig Vektordateien wie AI, EPS oder editierbare PDF-Dateien verwendet. Für Illustrationen und fotografische Motive können hochauflösende PSD- oder TIFF-Dateien geeignet sein. Die konkreten Anforderungen hängen vom Druckverfahren ab.
Kann ein Stoffdruck exakt an eine Pantone-Farbe angepasst werden?
Eine Pantone-Referenz kann als Zielwert verwendet werden. Das endgültige Ergebnis wird jedoch durch Stoffzusammensetzung, Grundfarbe, Oberflächenstruktur, Farbe oder Tinte sowie die Ausrüstung beeinflusst. Deshalb sollte ein Strike-off auf dem tatsächlichen Produktionsstoff freigegeben werden.
Warum ist ein Strike-off erforderlich?
Ein Strike-off ermöglicht die Prüfung von Farbe, Rapport, Motivgröße, Detailwiedergabe und Materialverträglichkeit, bevor die komplette Stoffmenge bedruckt wird.
Wie lassen sich Verzerrungen bei All-over-Prints vermeiden?
Wichtige Maßnahmen sind die Entspannung des Stoffes, Schrumpftests, korrekte Ausrichtung am Fadenlauf, präziser Zuschnitt und eine kontrollierte Verarbeitung elastischer Materialien.
Können Muster an den Nähten aufeinander abgestimmt werden?
Ja. Prints können an ausgewählten Seitennähten, Taschen, Vorderkanten oder anderen Bereichen aufeinander abgestimmt werden. Diese sogenannte Musteranpassung erfordert jedoch einen höheren Zuschnittaufwand und kann den Stoffverbrauch erhöhen.
Bietet Istanbul Factory individuellen Stoffdruck an?
Ja. Istanbul Factory unterstützt individuelle Stoffdruckprojekte im Rahmen einer vollständigen Bekleidungsproduktion – von Stoffbeschaffung und Druckentwicklung über Sampling bis zu Konfektion und Qualitätskontrolle.
