Eine der ersten Fragen, die Modemarken an einen Hersteller stellen, lautet:
Was kostet es, Kleidung als Private Label in der Türkei produzieren zu lassen?
Darauf gibt es keine seriöse Pauschalantwort.
Die Kosten der Private-Label-Produktion hängen von zahlreichen technischen und kommerziellen Entscheidungen ab. Produktart, Stoffqualität, Grammatur, Bestellmenge, Farbaufteilung, Veredelung, Labels, Verpackung und Lieferbedingungen beeinflussen den endgültigen Stückpreis.
Ein schlichtes Baumwoll-T-Shirt kann nicht auf dieselbe Weise kalkuliert werden wie ein schwerer Oversized-Hoodie aus speziell gefärbtem French Terry mit Stickerei, individuellen Kordeln, Metallösen, Markenlabels und hochwertiger Verpackung.
Professionelle Bekleidungshersteller erstellen deshalb normalerweise erst dann ein belastbares Angebot, wenn die wichtigsten Produktspezifikationen vorliegen.
Dieser Leitfaden erklärt, wie Hersteller in der Türkei die Kosten einer Private-Label-Kollektion kalkulieren, welche Entscheidungen den Preis verändern und welche Informationen deutsche und europäische Modemarken für eine zuverlässige Anfrage vorbereiten sollten.
Wovon hängen die Kosten einer Private-Label-Produktion ab?
Die Produktionskosten werden vor allem durch folgende Faktoren bestimmt:
- Produktkategorie und Konstruktionsaufwand
- Stoffzusammensetzung und Stoffqualität
- Stoffgewicht beziehungsweise GSM
- Bestellmenge und Mindestbestellmenge
- Anzahl der Styles, Farben und Größen
- Schnittentwicklung und Gradierung
- Anzahl der Musterrunden
- Druck, Stickerei und Waschungen
- Labels, Hangtags und individuelle Zutaten
- Verpackungsanforderungen
- Qualitätsprüfungen
- Fracht und Lieferbedingungen
Zwei Marken können jeweils 1.000 Kleidungsstücke bestellen und trotzdem sehr unterschiedliche Angebote erhalten.
Entscheidend ist nicht allein die Gesamtmenge. Relevant ist, wie sich die Menge auf einzelne Modelle, Farben, Größen und Veredelungen verteilt.
1. Produktkategorie und Designkomplexität
Am Anfang jeder Kalkulation steht die Frage, welches Kleidungsstück produziert werden soll.
Ein Basic-T-Shirt benötigt weniger Material, Schnittteile und Nähoperationen als ein Hoodie, eine Cargo-Hose, eine gefütterte Jacke oder ein strukturiertes Overshirt.
Ein einfaches T-Shirt besteht beispielsweise häufig aus:
- Vorderteil
- Rückenteil
- Zwei Ärmeln
- Halsrippe
- Pflege- und Größenlabel
- Standardnähten
Ein hochwertiger Heavyweight-Hoodie kann dagegen folgende Bestandteile enthalten:
- Vorder- und Rückenteil
- Ärmel
- Doppellagige Kapuze
- Kängurutasche
- Rippbündchen an Ärmeln und Saum
- Kordeln
- Metallösen
- Verstärkungsnähte
- Stickerei oder Druck
- Mehrere Markenlabels
Jedes zusätzliche Detail muss vorbereitet, zugeschnitten, verarbeitet und kontrolliert werden. Dadurch steigen Materialverbrauch, Maschinenzeit und Arbeitsaufwand.
Welche Designdetails erhöhen den Preis?
Typische Kostentreiber sind:
- Individuell entwickelte Oversized-Schnitte
- Aufwendige Schnittführung
- Zusätzliche Einsätze und Panels
- Doppellagige Stoffbereiche
- Gefütterte Kapuzen
- Reißverschlusstaschen
- Metallverschlüsse
- Verstärkte Nähte
- Kontrastnähte
- Spezielle Saumkonstruktionen
- Individuelle Kragen- und Bündchenlösungen
- Mehrere Druck- oder Stickpositionen
Auch scheinbar kleine Änderungen können die Kalkulation beeinflussen.
Ein zusätzliches Innenfach, eine veränderte Kapuzenkonstruktion oder ein spezieller Ärmeleinsatz kann neue Schnittteile, andere Nähmaschinen oder zusätzliche Arbeitsschritte erforderlich machen.
Referenzbilder allein reichen deshalb für eine präzise Preisberechnung meistens nicht aus. Ein Hersteller benötigt technische Zeichnungen, Maße und Angaben zur gewünschten Verarbeitung.
2. Stoffzusammensetzung, GSM und Stoffherkunft
Der Stoff gehört bei vielen Kleidungsstücken zu den größten Kostenbestandteilen.

Für die Kalkulation sind vor allem drei Punkte relevant:
- Faserzusammensetzung
- Stoffgewicht
- Strick- oder Webkonstruktion und Ausrüstung
Ein leichtes Jersey aus Standardbaumwolle hat einen anderen Preis als ein dichter Premium-Jersey oder ein schwerer, gebürsteter Sweatstoff.
Stoffzusammensetzung
Zu den häufig eingesetzten Materialien gehören:
- Konventionelle Baumwolle
- Bio-Baumwolle
- Recycelte Baumwolle
- Baumwoll-Polyester-Mischungen
- Recyceltes Polyester
- Viskose
- Modal
- Mischungen mit Elastan
- Wollmischungen
- Technische Kunstfasern
Zertifizierte, recycelte oder rückverfolgbare Stoffe können zusätzliche Anforderungen an Beschaffung und Dokumentation stellen.
Auch Faserqualität, Garnstärke, Herkunft, Lieferant und Verfügbarkeit wirken sich auf den Preis aus.
Eine Baumwolle mit langen, gleichmäßigen Fasern kann beispielsweise ein saubereres Oberflächenbild und eine höhere Haltbarkeit ermöglichen, ist jedoch meist teurer als eine einfache Standardqualität.
Was bedeutet GSM?
GSM steht für Gramm pro Quadratmeter und beschreibt das Flächengewicht eines Stoffes.
Ein höherer GSM-Wert bedeutet in der Regel, dass mehr Material pro Quadratmeter eingesetzt wird. Die Grammatur allein sagt jedoch noch nicht aus, wie hochwertig ein Stoff ist.
Auch folgende Faktoren sind wichtig:
- Garnqualität
- Strickdichte
- Faserzusammensetzung
- Oberflächenbehandlung
- Schrumpfverhalten
- Pilling-Beständigkeit
- Farbechtheit
- Griff und Fall
Ein leichter Jersey eignet sich beispielsweise für sommerliche T-Shirts. Ein dichter Jersey erzeugt ein strukturierteres Premiumgefühl. French Terry und gebürsteter Fleece werden häufig für Sweatshirts, Jogger und Hoodies verwendet.
Ein höheres Stoffgewicht kann sowohl den Materialpreis als auch das Transportgewicht erhöhen.
Lagerstoff oder individuelle Stoffentwicklung?
Bestehende Stoffe aus einer verfügbaren Lieferantenkollektion sind meist wirtschaftlicher als eine vollständige Neuentwicklung.
Bei einer individuellen Stoffentwicklung können folgende Prozesse erforderlich sein:
- Auswahl einer speziellen Garnmischung
- Entwicklung einer eigenen Strickstruktur
- Festlegung einer individuellen Grammatur
- Sonderfärbung
- Enzymbehandlung
- Silikonfinish
- Aufrauen oder Bürsten
- Kompaktieren
- Anti-Pilling-Ausrüstung
- Technische Beschichtungen
Dabei ist zu beachten, dass Stofflieferanten eigene Mindestmengen haben können.
Eine Marke kann die Mindestmenge des Bekleidungsherstellers erreichen, aber trotzdem unter der Mindestmenge für eine individuelle Stofffärbung oder Strickentwicklung liegen.
3. Bestellmenge und MOQ
Die Bestellmenge beeinflusst den Stückpreis direkt.

Bevor die eigentliche Serienproduktion beginnt, entstehen feste Vorbereitungsarbeiten:
- Produktionsplanung
- Schnittvorbereitung
- Erstellung von Schnittlagen
- Maschineneinstellungen
- Stoffkontrolle
- Zuschnittplanung
- Einrichtung von Druck oder Stickerei
- Erstellung von Qualitätsunterlagen
Diese Kosten werden auf die produzierte Stückzahl verteilt.
Bei kleinen Mengen trägt jedes Kleidungsstück einen größeren Anteil der Entwicklungs- und Einrichtungskosten. Bei höheren Stückzahlen kann die Produktion effizienter organisiert werden.
Die Menge pro Style und Farbe ist entscheidend
Eine Anfrage über 1.000 Stück ist für einen Hersteller noch nicht ausreichend.
Es macht einen deutlichen Unterschied, ob es sich um folgende Aufteilung handelt:
- 1.000 Stück eines Hoodies in einer Farbe
- 1.000 Stück verteilt auf fünf Styles und vier Farben
Im zweiten Fall entstehen mehr Muster, Schnittlagen, Farbfreigaben, Stoffbestellungen und Produktionswechsel.
Für die Kalkulation werden deshalb mehrere Mengenebenen betrachtet:
- Gesamtbestellmenge
- Menge pro Style
- Menge pro Farbe
- Menge pro Größe
- Stoffmenge pro Farbton
- Menge pro Druck- oder Stickmotiv
Bei Istanbul Factory beginnt die Produktionsplanung in vielen Projekten ab ungefähr 500 Stück pro Style und Farbe. Die konkrete Machbarkeit hängt jedoch von Produktart, Stoff, Veredelung und Entwicklungsaufwand ab.
4. Anzahl der Styles, Farben und Größen
Eine Kollektion mit vielen Varianten kann attraktiv wirken, erhöht jedoch die Komplexität der Produktion.
Ein Beispiel:
- Zwei T-Shirts
- Zwei Hoodies
- Ein Sweatshirt
- Vier Farben pro Modell
- Sechs Größen pro Farbe
Obwohl die Gesamtmenge groß erscheinen kann, verteilt sie sich auf zahlreiche einzelne Varianten.
Jeder Style kann eine eigene Vorbereitung benötigen:
- Basisschnitt
- Maßtabelle
- Gradierung
- Muster
- Stoffverbrauchsberechnung
- Schnittlage
- Verarbeitungsanweisung
- Qualitätscheckliste
- Verpackungsaufteilung
Jede Farbe kann außerdem eine separate Stofffärbung, Freigabe und Zuschnittplanung erfordern.
Wie können Marken die Komplexität reduzieren?
Insbesondere bei der ersten Kollektion ist häufig eine fokussierte Struktur sinnvoll:
- Weniger Kernprodukte
- Begrenzte Farbpalette
- Kontrollierte Größenrange
- Verwendung desselben Stoffes für mehrere Styles
- Einheitliche Labels
- Einheitliche Verpackung
Eine solche Planung reduziert Entwicklungsaufwand und erleichtert eine konsistente Serienproduktion.
Für neue Streetwear- und Modemarken kann es wirtschaftlicher sein, zunächst zwei oder drei starke Kernprodukte zu entwickeln, statt eine sehr breite Kollektion mit niedrigen Mengen pro Variante zu starten.
5. Schnittentwicklung und Sampling-Kosten
Ein transparentes Angebot sollte zwischen Produktentwicklung und Serienproduktion unterscheiden.

Bevor ein Kleidungsstück in die Serienfertigung gehen kann, müssen eventuell folgende Elemente entwickelt oder angepasst werden:
- Basisschnitt
- Passform
- Maßtabelle
- Verarbeitung
- Größenstaffelung
- Stoffverbrauch
- Druck- und Stickpositionen
- Labelplatzierung
Verfügt die Marke bereits über einen vollständigen Tech Pack, einen produktionsreifen Schnitt und ein freigegebenes Referenzmuster, kann der Entwicklungsprozess kürzer ausfallen.
Fehlen diese Unterlagen, muss der Hersteller das Produkt auf Grundlage von Skizzen, Referenzartikeln oder Beschreibungen entwickeln.
Welche Muster können erforderlich sein?
Je nach Projekt kann der Sampling-Prozess folgende Stufen umfassen:
- Erstes Entwicklungsmuster
- Fit Sample
- Überarbeitetes Fit Sample
- Size Set
- Farbfreigabe
- Stofffreigabe
- Print Strike-off
- Stickmuster
- Pre-Production Sample
- Shipment Sample
Die Anzahl der Musterrunden hängt von der Produktkomplexität und von der Qualität der bereitgestellten Unterlagen ab.
Wird nach dem ersten Muster die Stoffart, Silhouette, Kapuzenkonstruktion oder Taschenposition geändert, kann eine erneute Schnittanpassung notwendig sein.
Marken sollten vor Projektbeginn klären:
- Wie viele Musterrunden im Angebot enthalten sind
- Welche Änderungen zusätzliche Kosten verursachen
- Ob Versandkosten separat berechnet werden
- Ob Sampling-Kosten bei einer Serienbestellung angerechnet werden
6. Druck, Stickerei und Garment Washing
Veredelungen geben einem Produkt seine visuelle Identität. Gleichzeitig erhöhen sie den Material- und Produktionsaufwand.
Kosten für Textildruck
Der Druckpreis hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Drucktechnik
- Motivgröße
- Anzahl der Farben
- Anzahl der Positionen
- Stoffzusammensetzung
- Auftragsmenge
- Tintenart
- Gewünschte Haptik
- Spezialeffekte
Zu den möglichen Verfahren gehören:
- Siebdruck
- Digitaldruck
- Direct-to-Garment
- Puff Print
- High-Density Print
- Discharge Print
- Silikondruck
- Transferdruck
Ein kleiner einfarbiger Brustdruck ist weniger aufwendig als ein großflächiges Motiv auf Vorder- und Rückseite.
Beim Siebdruck entstehen beispielsweise Einrichtungs- und Siebkosten. Bei digitalen Druckverfahren gelten andere Kalkulationsmodelle.

Kosten für Stickerei
Bei einer Stickerei sind vor allem folgende Punkte relevant:
- Stichanzahl
- Motivgröße
- Anzahl der Farben
- Position
- Garnart
- Stoffdicke
- Unterlegmaterial
- Maschinenlaufzeit
Eine kleine, offene Wortmarke benötigt deutlich weniger Stiche als eine dichte, großflächige Illustration.
Auch die Platzierung spielt eine Rolle. Stickereien auf Taschen, Kappenbereichen oder mehrlagigen Stoffstellen können technisch anspruchsvoller sein.
Waschungen und Veredelungen
Garment Washing kann eingesetzt werden, um einen weicheren Griff, eine Vintage-Optik oder ein bestimmtes Farbverhalten zu erreichen.
Mögliche Behandlungen sind:
- Enzymwäsche
- Stone Wash
- Acid Wash
- Pigment Wash
- Silikonwäsche
- Vintage-Wäsche
- Softener Finish
- Individuelle Fade-Effekte
Solche Prozesse können Maße, Farbe und Schrumpfung beeinflussen. Deshalb müssen Muster, Toleranzen und Qualitätskontrollen an die gewählte Waschung angepasst werden.
7. Labels, Hangtags und individuelle Zutaten
Private Label bedeutet mehr als das Anbringen eines Markenlogos.
Ein vollständiges Branding-Konzept kann folgende Bestandteile enthalten:
- Hauptlabel im Nacken
- Größenlabel
- Pflege- und Materiallabel
- Herkunftskennzeichnung
- Gewebter Patch
- Silikonpatch
- Kunstleder- oder Lederpatch
- Individueller Zipper Puller
- Kordeln
- Metallösen
- Druckknöpfe
- Hangtags
- Barcode-Aufkleber
- Seidenpapier
- Individuelle Polybags
- Versand- oder Produktboxen
Jede Komponente kann eine eigene Mindestmenge und eigene Einrichtungskosten haben.
Ein Labelhersteller kann beispielsweise mehr gewebte Labels produzieren müssen, als für die erste Bekleidungsbestellung benötigt werden. Nicht verwendete Labels können nach Vereinbarung für spätere Produktionen gelagert werden.
Angaben auf Pflegeetiketten
Pflege- und Materialetiketten müssen passend zum Zielmarkt vorbereitet werden.
Sie können unter anderem Angaben zu folgenden Punkten enthalten:
- Faserzusammensetzung
- Pflegehinweise
- Herkunftsland
- Größe
- Verantwortliches Unternehmen
- Weitere markt- oder produktspezifische Informationen
Die Marke sollte die für ihren Zielmarkt erforderlichen Angaben prüfen und freigeben. Der Hersteller setzt anschließend die bestätigte Labeldatei und Platzierung um.
8. Verpackungskosten
Eine Standardverpackung unterscheidet sich deutlich von einer hochwertigen Retail- oder E-Commerce-Verpackung.
Eine einfache Verpackung kann enthalten:
- Falten des Kleidungsstücks
- Einzelner Polybag
- Größenaufkleber
- Versandkarton
Eine Premium-Verpackung kann zusätzlich umfassen:
- Recycelte oder alternative Verpackungsbeutel
- Bedruckte Versandtaschen
- Seidenpapier
- Dankeskarten
- Markenboxen
- Hangtags
- Barcode-Etiketten
- Retailgerechte Faltung
- Schutzeinlagen
Auch die Verpackungsgröße beeinflusst die Logistikkosten.
Starre Boxen und voluminöse Verpackungen erhöhen das Versandvolumen. Für E-Commerce-Marken sollte die Verpackung deshalb sowohl optisch hochwertig als auch logistisch effizient sein.
9. Qualitätsprüfung und Inspektion
Qualitätskontrolle sollte nicht erst nach Abschluss der Produktion beginnen.
Ein professioneller Prüfprozess kann folgende Punkte umfassen:
- Stoffoberfläche
- Farbton
- Stoffbreite
- GSM
- Schrumpfung
- Maße
- Nähte
- Nahtfestigkeit
- Druckposition
- Stickposition
- Labels und Zutaten
- Sauberkeit
- Verpackungsgenauigkeit
Je nach Produkt und Vertriebskanal können zusätzliche Labortests erforderlich sein.
Dazu können gehören:
- Prüfung der Faserzusammensetzung
- Farbechtheit
- Pilling
- Abriebfestigkeit
- Maßstabilität
- Nahtfestigkeit
- Produktspezifische Sicherheitsprüfungen
Externe Prüfungen verursachen zusätzliche Kosten, können jedoch bei Retailprojekten, großen Bestellungen oder besonderen Qualitätsanforderungen notwendig sein.
Qualitätskontrolle während der Produktion
Eine strukturierte Kontrolle kann in mehreren Stufen erfolgen:
- Stoffkontrolle vor dem Zuschnitt
- Freigabe der ersten Produktionsteile
- Inline-Kontrolle während des Nähens
- Maß- und Verarbeitungsprüfung
- Endkontrolle vor Verpackung und Versand
Eine klar definierte Approved Sample dient dabei als Referenz für Maße, Verarbeitung, Farbe, Druck, Stickerei und Positionierung.
10. Fracht, Exportdokumente und Lieferbedingungen
Der Fabrikpreis ist nicht automatisch mit den Gesamtkosten bis zum Lager der Marke identisch.
Deshalb muss im Angebot klar angegeben werden, welche Lieferbedingung gilt.
Zu den häufig verwendeten Incoterms gehören:
EXW
Bei EXW stellt der Hersteller die Ware am vereinbarten Standort bereit. Die Organisation von Abholung, Fracht, Import und Zoll liegt grundsätzlich beim Käufer.
FCA
Der Hersteller übergibt die Ware an einem vereinbarten Ort an den vom Käufer bestimmten Frachtführer.
FOB
FOB wird vor allem bei Seefracht verwendet. Die genaue Verantwortungsverteilung richtet sich nach dem vereinbarten Hafen und den Vertragsbedingungen.
DAP
Bei DAP wird die Ware bis zum vereinbarten Zielort transportiert. Einfuhrabgaben und Importabwicklung müssen entsprechend der Vereinbarung berücksichtigt werden.
DDP
Bei DDP übernimmt der Verkäufer einen weitreichenden Teil der Transport- und Importverantwortung. Ob ein Hersteller diese Lieferform anbieten kann, hängt vom Projekt und Zielland ab.
Ein Angebot sollte eindeutig angeben, ob folgende Leistungen enthalten sind:
- Exportkartons
- Inlandstransport
- Exportdokumente
- Frachtkosten
- Transportversicherung
- Zölle
- Einfuhrumsatzsteuer
- Zollabwicklung
- Lieferung zum Lager
Für deutsche und europäische Marken kann Straßentransport aus der Türkei eine praktische Lösung sein. Luftfracht eignet sich häufig für dringende Lieferungen, ist aber kostenintensiver. Seefracht kann bei großen Volumen sinnvoll sein.
Muster werden üblicherweise per Expressdienst versendet.
Praktisches Kalkulationsbeispiel
Um die Preisunterschiede zu verdeutlichen, können zwei Produkte miteinander verglichen werden.
Produkt A: Basic-T-Shirt
Spezifikation:
- Standard-Baumwolljersey
- Reguläre Passform
- Verfügbare Lagerfarbe
- Einfache Halsrippe
- Kleiner einfarbiger Brustdruck
- Standard-Weblabel
- Einfache Einzelverpackung
Produkt B: Premium-Heavyweight-Hoodie
Spezifikation:
- Individuell gefärbter Heavyweight-Fleece
- Neu entwickelter Oversized-Schnitt
- Doppellagige Kapuze
- Hochwertige Rippbündchen
- Großflächige Stickerei
- Individuelle Kordeln
- Metallösen
- Gewebte Markenlabels
- Garment Wash
- Premiumverpackung
Auch bei identischer Stückzahl wird Produkt B deutlich mehr Stoff, Entwicklungszeit, Näharbeit und Veredelungsaufwand benötigen.
Genau deshalb sind allgemeine Online-Preislisten für individuelle Bekleidungsproduktion nur begrenzt aussagekräftig.
Welche Angaben benötigt ein Hersteller für ein genaues Angebot?
Je vollständiger eine Anfrage ist, desto zuverlässiger kann der Hersteller kalkulieren.
1. Technische Produktinformationen
Idealerweise stellt die Marke Folgendes bereit:
- Tech Pack
- Technische Zeichnungen
- Maßtabelle
- Verarbeitungsdetails
- Referenzbilder
- Referenzmuster, falls vorhanden
2. Stoffanforderungen
Benötigt werden Angaben zu:
- Faserzusammensetzung
- GSM
- Strick- oder Webart
- Oberflächenfinish
- Wunschfarben
- Zertifizierungsanforderungen
- Akzeptanz von Lagerstoffen
- Bedarf an individueller Stoffentwicklung
3. Mengenaufteilung
Die Anfrage sollte Folgendes enthalten:
- Stückzahl pro Style
- Stückzahl pro Farbe
- Größenrange
- Größenverteilung
- Gesamtzahl der Designs
4. Branding und Veredelung
Bereitzustellen sind:
- Druckdateien
- Stickdateien oder Vektorgrafiken
- Motivgrößen
- Platzierungsmaße
- Labeldateien
- Hangtag-Design
- Angaben zu Kordeln, Ösen und weiteren Zutaten
5. Verpackung und Lieferung
Wichtig sind:
- Art der Einzelverpackung
- Barcode-Anforderungen
- Faltmethode
- Kartonanforderungen
- Lieferadresse
- Gewünschte Frachtart
- Bevorzugter Incoterm
6. Zeitplanung
Die Marke sollte mitteilen:
- Gewünschtes Datum für das erste Muster
- Geplanter Produktionsstart
- Gewünschter Liefertermin
- Kollektion- oder Launchdatum
- Flexibilität des Zeitplans
Auch ein realistischer Zielpreis kann hilfreich sein. So kann der Hersteller passende Stoffe, Verarbeitungstechniken oder Alternativen empfehlen.
Warum ist die Türkei für deutsche Modemarken interessant?
Die Türkei verfügt über eine breit entwickelte Textil- und Bekleidungsindustrie.
In Istanbul und anderen Produktionsregionen können viele Arbeitsschritte innerhalb eines eng verbundenen Lieferantennetzwerks koordiniert werden:
- Stoffbeschaffung
- Strickstoffproduktion
- Webstoffproduktion
- Färbung
- Druck
- Stickerei
- Schnittentwicklung
- Sampling
- Konfektion
- Garment Washing
- Qualitätskontrolle
- Verpackung
- Export
Für Unternehmen aus Deutschland und der DACH-Region bietet die geografische Nähe Vorteile bei Kommunikation, Lieferzeit und Produktionskontrolle.
Kürzere Transportwege im Vergleich zu weiter entfernten Produktionsmärkten können außerdem eine flexiblere Nachbestellung und engere Abstimmung ermöglichen.
Entscheidend bleibt jedoch die Auswahl des richtigen Produktionspartners. Technisches Verständnis, transparente Kommunikation, Qualitätsmanagement und eine realistische Kalkulation sind wichtiger als ein niedriger Einstiegspreis.
Private-Label-Produktion mit Istanbul Factory
Istanbul Factory unterstützt Modemarken, Streetwear-Labels, Start-ups und etablierte Unternehmen bei der Entwicklung und Herstellung individueller Kollektionen in Istanbul.
Unsere Leistungen umfassen:
- Produktentwicklung
- Design- und Schnittentwicklung
- Stoffauswahl und Beratung
- Stoffbeschaffung
- Mustererstellung
- Größenstaffelung
- Private-Label-Produktion
- Cut-and-Sew-Fertigung
- Druck und Stickerei
- Markenbildung und Etikettierung
- Qualitätskontrolle
- Verpackung
- Exportvorbereitung
Statt unrealistische Pauschalpreise zu nennen, prüfen wir jedes Projekt anhand der tatsächlichen technischen und kommerziellen Anforderungen.
Für eine belastbare Kalkulation können Sie uns folgende Informationen senden:
- Tech Pack oder Referenzbilder
- Produktart
- Stoffwunsch
- Stückzahl pro Style und Farbe
- Größenaufteilung
- Druck- und Stickanforderungen
- Label- und Verpackungsdetails
- Lieferort
Auf dieser Grundlage kann unser Team die Machbarkeit prüfen und ein projektspezifisches Produktionsangebot vorbereiten.
Planen Sie eine Private-Label-Kollektion in der Türkei? Kontaktieren Sie Istanbul Factory und senden Sie uns Ihre Produktspezifikationen für eine individuelle Projektprüfung.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Private-Label-Produktion in der Türkei?
Es gibt keinen einheitlichen Festpreis. Die Kosten hängen von Produktart, Stoff, GSM, Schnitt, Bestellmenge, Farben, Größen, Sampling, Druck, Stickerei, Labels, Verpackung und Lieferbedingungen ab.
Welche Informationen benötigt ein Hersteller für ein Angebot?
Benötigt werden idealerweise ein Tech Pack, technische Zeichnungen, eine Maßtabelle, Stoffangaben, Stückzahlen pro Style und Farbe, Größenverteilung, Branding-Anforderungen, Verpackungsdetails und Lieferort.
Wird der Stückpreis bei größeren Mengen günstiger?
Höhere Mengen können den Stückpreis reduzieren, weil Entwicklungs- und Einrichtungskosten auf mehr Kleidungsstücke verteilt werden. Relevant ist jedoch die Menge pro Style, Farbe und Motiv.
Sind Sampling-Kosten im Produktionspreis enthalten?
Das hängt vom Hersteller und Projekt ab. Muster können separat berechnet, teilweise angerechnet oder unter bestimmten Bedingungen in das Gesamtprojekt integriert werden.
Wie hoch ist die Mindestbestellmenge für Private Label in der Türkei?
Die MOQ hängt von Produkt, Stoff, Farbe und Hersteller ab. Istanbul Factory plant viele Produktionen ab ungefähr 500 Stück pro Style und Farbe, vorbehaltlich der technischen Projektprüfung.
Ist der Stoff im Produktionspreis enthalten?
Bei einem vollständigen Stückpreis ist der Stoff normalerweise berücksichtigt. Das Angebot sollte jedoch klar angeben, welche Zusammensetzung, Grammatur, Farbe und Ausrüstung kalkuliert wurden.
Erhöhen Druck und Stickerei den Produktionspreis?
Ja. Der Preis hängt von Verfahren, Motivgröße, Farbanzahl, Stichanzahl, Position und Stückzahl ab. Vor der Serienproduktion können zusätzliche Druck- oder Stickmuster erforderlich sein.
Sind Versand und Zoll im Fabrikpreis enthalten?
Nicht automatisch. Dies hängt vom vereinbarten Incoterm ab. Ein EXW-Preis enthält normalerweise keine internationale Fracht, Einfuhrabgaben oder Zollabwicklung am Zielort.
