Die Wahl des richtigen T-Shirt-Stoffs gehört zu den wichtigsten Entscheidungen in der Produktentwicklung einer Modemarke.
Auf den ersten Blick wirkt die Auswahl unkompliziert: Baumwolle bestimmen, Farbe festlegen und anschließend in die Produktion gehen. In der Praxis können jedoch zwei T-Shirts aus 100 % Baumwolle völlig unterschiedlich wirken, fallen und sich tragen.
Entscheidend sind mehrere Faktoren, die gemeinsam betrachtet werden müssen:
- Faserzusammensetzung
- Garnqualität
- Strickkonstruktion
- Flächengewicht
- Ausrüstung und Veredelung
- Schrumpfverhalten
- Elastizität und Rücksprungkraft
- Anforderungen an Druck oder Stickerei
Für Modemarken ist der beste Stoff für T-Shirts deshalb nicht einfach eine bestimmte Materialbezeichnung. Entscheidend ist vielmehr, ob die Stoffqualität zum gewünschten Fit, zur Zielgruppe, zum Verkaufspreis und zur Positionierung der Marke passt.
Ein leichtes Sommer-T-Shirt, ein hochwertiges Basic und ein 260-GSM-Oversized-Shirt für eine Streetwear-Kollektion sollten in der Regel nicht auf derselben Materialbasis entwickelt werden.
Dieser Leitfaden zeigt, worauf deutsche und europäische B2B-Marken bei Baumwolljersey, gekämmter Baumwolle, Bio-Baumwolle, Baumwoll-Polyester-Mischungen, Elasthan und GSM achten sollten.
Welcher Stoff ist der beste für T-Shirts?
Für viele Modemarken ist 100 % gekämmter Baumwoll-Single-Jersey mit etwa 160 bis 220 GSM ein sehr guter Ausgangspunkt für die T-Shirt-Produktion.
Die optimale Stoffwahl hängt jedoch vom jeweiligen Produkt ab.
| T-Shirt-Typ | Sinnvoller Ausgangspunkt |
|---|---|
| Leichtes Sommer-T-Shirt | 140–170 GSM Baumwolljersey |
| Everyday Fashion T-Shirt | 170–200 GSM gekämmte Baumwolle |
| Premium Basic T-Shirt | 190–220 GSM gekämmte oder Bio-Baumwolle |
| Heavyweight Streetwear T-Shirt | 220–280+ GSM Baumwolljersey |
| Körpernahes Stretch-T-Shirt | Baumwolle mit 2–5 % Elasthan |
| Pflegeleichtes oder funktionales T-Shirt | Baumwoll-Polyester-Mischung |
Diese Bereiche eignen sich gut für eine erste Stoffauswahl.
Welche Qualität tatsächlich zum Produkt passt, lässt sich im Rahmen einer professionellen Stoffauswahl & Beratung genauer definieren.
GSM allein sollte jedoch niemals als Qualitätsnachweis verstanden werden. Ein sauber entwickelter 180-GSM-Jersey kann hochwertiger wirken als ein schlecht gestrickter Stoff mit 240 GSM.
Baumwolljersey: Der Standardstoff für T-Shirts

Die meisten klassischen T-Shirts werden aus Single Jersey gefertigt.
Durch seine gestrickte Struktur besitzt Jersey eine natürliche Elastizität, einen angenehmen Tragekomfort und einen weichen Fall. Dadurch eignet er sich besonders gut für Kleidungsstücke, die direkt auf der Haut getragen werden.
Baumwolljersey wird häufig verwendet für:
- Klassische Rundhals-T-Shirts
- Premium Basics
- Fashion-Kollektionen
- Graphic Tees
- Private Label T-Shirts
- Streetwear
- Oversized-Silhouetten
- Kinderbekleidung
Wichtig ist jedoch: Die Bezeichnung „Baumwolljersey“ beschreibt nur die grundlegende Stoffart.
Ein Baumwolljersey mit 150 GSM kann leicht, weich und fließend wirken. Ein Jersey mit 250 GSM kann dagegen dicht, kompakt und deutlich strukturierter sein.
Für professionelle B2B-Beschaffung reicht es deshalb nicht aus, lediglich „Baumwolljersey“ anzufragen.
Eine belastbare Spezifikation sollte zusätzlich Informationen zu GSM, Garn, Ausrüstung, Schrumpfung und gewünschtem Griff enthalten.
Stoffbeschaffung für Modemarken: So wählen Sie den richtigen Stoff vor der Produktion
Warum gekämmte Baumwolle häufig für Premium-T-Shirts verwendet wird
Für hochwertige T-Shirts wird oft gekämmte Baumwolle bevorzugt.
Beim Kämmprozess wird ein Teil der kürzeren Baumwollfasern sowie bestimmter Verunreinigungen entfernt. Dadurch können längere und gleichmäßigere Fasern zu einem feineren Garn verarbeitet werden.
Das kann zu folgenden Eigenschaften beitragen:
- Glattere Oberfläche
- Gleichmäßigeres Garn
- Weniger Faserflug und Fusselbildung
- Sauberere Optik
- Hochwertigerer Griff
- Bessere Basis für bestimmte Druckverfahren
Gerade bei Premium-Basics ist dieser Unterschied relevant.
Endkunden bewerten die Qualität eines T-Shirts häufig nicht anhand technischer Daten, sondern über Griff, Optik und das Gefühl beim Anprobieren.
Ist gekämmte Baumwolle automatisch besser?
Nein.
Auch bei gekämmter Baumwolle hängt das Endergebnis weiterhin von mehreren Produktionsschritten ab:
- Faserqualität
- Garnherstellung
- Strickqualität
- Färbung
- Veredelung
- Schrumpfkontrolle
- Verarbeitung des Kleidungsstücks
Die Angabe „combed cotton“ allein ist daher kein vollständiger Qualitätsnachweis.
B2B-Einkäufer sollten immer das gesamte Stoffprofil und physische Muster bewerten.
Bio-Baumwolle: Wann ist sie sinnvoll?
Bio-Baumwolle ist insbesondere für Marken interessant, die Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusste Beschaffung stärker in ihre Kollektion integrieren möchten.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung notwendig:
Bio-Baumwolle beschreibt in erster Linie die Art der Fasererzeugung. Sie sagt nicht automatisch etwas über die Qualität des fertigen T-Shirts aus.
Auch Bio-Baumwolle kann leicht oder schwer, weich oder kompakt, einfach oder sehr hochwertig verarbeitet sein.
Eine deutlich präzisere Anfrage wäre beispielsweise:
100 % zertifizierte Bio-Baumwolle, gekämmter Single Jersey, 200 GSM, weicher Griff, kompaktiert und mit kontrollierter Schrumpfung.
Damit erhält der Hersteller eine wesentlich klarere technische Richtung.
Für Marken im deutschen und europäischen Markt ist zusätzlich wichtig, bereits vor Produktionsstart zu definieren, welche Zertifizierungen tatsächlich benötigt werden.
Je nach Geschäftsmodell können Nachweise relevant sein für:
- Nachhaltigkeitskommunikation
- Anforderungen von Einzelhändlern
- Lieferkettentransparenz
- Beschaffungsrichtlinien
- interne ESG-Anforderungen
Nachhaltigkeitsclaims sollten deshalb nicht nur marketingseitig formuliert, sondern durch geeignete Dokumentation abgesichert werden.
Für Marken, die unterschiedliche nachhaltigere MatSchrumpfung sollte vor der Serienproduktion getestet werdenerialoptionen bewerten, lohnt sich auch ein Vergleich von Bio-Baumwolle und Recycling-Baumwolle.
Was bedeutet GSM bei T-Shirt-Stoffen?
GSM steht für „Grams per Square Meter“, also Gramm pro Quadratmeter.

Die Zahl beschreibt das Flächengewicht des Stoffes.
Ein Stoff mit 200 GSM wiegt entsprechend ungefähr 200 Gramm pro Quadratmeter.
Für die T-Shirt-Entwicklung ist GSM deshalb eine der wichtigsten Kennzahlen, um Stoffe hinsichtlich Gewicht und Substanz zu vergleichen.
Typische GSM-Bereiche für T-Shirts
| GSM | Stoffcharakter | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| 140–160 GSM | Leicht und luftig | Sommer-Shirts, Promotionshirts |
| 160–180 GSM | Leicht bis mittel | Everyday Basics |
| 180–200 GSM | Ausgewogen | Fashion T-Shirts |
| 200–220 GSM | Substanzieller | Premium Basics |
| 220–250 GSM | Heavyweight | Streetwear, Boxy Fits |
| 250–280+ GSM | Sehr dicht und strukturiert | Premium Oversized T-Shirts |
Diese Werte sind Richtgrößen und keine festen Industriestandards.
Zwei Stoffe mit identischem GSM können sich trotzdem unterschiedlich verhalten.
Ursachen dafür können sein:
- Garnfeinheit
- Maschendichte
- Faserqualität
- Ausrüstung
- Kompaktierung
- Oberflächenfinish
Bedeutet höheres GSM automatisch bessere Qualität?
Nein.
Ein höheres Stoffgewicht bedeutet lediglich, dass mehr Material pro Quadratmeter vorhanden ist.
Es sagt nichts darüber aus, wie hochwertig das Garn, die Färbung oder die Verarbeitung tatsächlich sind.
Für professionelle Modemarken sollte GSM daher immer zusammen mit anderen Spezifikationen betrachtet werden.
Leichte vs. schwere T-Shirts
Ob ein leichter oder schwerer Stoff sinnvoller ist, hängt vom Produktkonzept ab.
Leichte T-Shirts
Leichtere Jersey-Qualitäten eignen sich gut für:
- Sommerkollektionen
- Warme Märkte
- Layering
- Fließendere Silhouetten
- Relaxed Basics
- Leichte Kleidungsstücke
Ein leichter Stoff kann trotzdem hochwertig wirken, wenn Garn, Strickbild und Veredelung stimmen.
Sehr leichte Qualitäten haben jedoch auch Nachteile.
Sie können:
- Bei hellen Farben transparenter wirken
- Enger am Körper anliegen
- Weniger strukturiert fallen
- Empfindlicher beim Zuschneiden und Nähen sein
Deshalb sollte die endgültige Entscheidung immer anhand eines fertigen Musters getroffen werden.
Heavyweight T-Shirts
Schwerere T-Shirts spielen insbesondere in Streetwear- und Premium-Basic-Kollektionen eine große Rolle.
Vorteile können sein:
- Dichterer Griff
- Mehr Struktur
- Bessere Unterstützung von Oversized-Schnitten
- Geringere Transparenz
- Höhere wahrgenommene Wertigkeit
Allerdings ist Heavyweight nicht für jedes Produkt sinnvoll.
Ein 260-GSM-Shirt kann für eine nordeuropäische Streetwear-Kollektion hervorragend funktionieren, für eine leichte Sommerlinie jedoch zu warm und zu kompakt sein.
Die Materialwahl sollte daher dem Design folgen und nicht ausschließlich aktuellen Trends.
Welcher Stoff eignet sich am besten für Oversized T-Shirts?
Oversized T-Shirts benötigen in vielen Fällen mehr Stoffkörper, damit die gewünschte Silhouette erhalten bleibt.
Für moderne Streetwear-Marken ist Baumwolljersey mit etwa 220 bis 280 GSM häufig ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Eine typische Premium-Spezifikation könnte sein:
100 % gekämmte Baumwolle, 240 GSM Single Jersey, kompaktierte Ausrüstung und kontrollierte Schrumpfung.

Diese Stoffart kann dabei helfen:
- Drop Shoulders sauberer darzustellen
- Eine breitere Körperform zu halten
- Eine strukturierte Boxy-Silhouette zu erzeugen
- Starkes Anliegen am Körper zu vermeiden
- Einen wertigeren Griff zu schaffen
Das Stoffgewicht allein erzeugt jedoch keinen guten Oversized-Fit.
Entscheidend sind ebenfalls:
- Schulterbreite
- Ärmellänge
- Ärmelöffnung
- Brustweite
- Körperlänge
- Halsripp
- Gesamte Proportion des Schnitts
Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Schnittentwicklung und Stoffauswahl gemeinsam durchgeführt werden.
Baumwoll-Polyester-Mischungen: Wann sind sie sinnvoll?
100 % Baumwolle ist im Fashion-Bereich sehr beliebt.
Trotzdem können Baumwoll-Polyester-Mischungen für bestimmte Produkte die bessere Wahl sein.

Typische Zusammensetzungen sind beispielsweise:
- 80 % Baumwolle / 20 % Polyester
- 65 % Baumwolle / 35 % Polyester
- 60 % Baumwolle / 40 % Polyester
- 50 % Baumwolle / 50 % Polyester
Polyester kann bestimmte funktionale Eigenschaften verbessern.
Dazu gehören unter anderem:
- Höhere Formstabilität
- Schnellere Trocknung
- Weniger Knittern
- Höhere Belastbarkeit
- Geringere Feuchtigkeitsaufnahme
- Stabileres Verhalten bei häufigem Waschen
Die Baumwolle trägt gleichzeitig dazu bei, einen natürlicheren und angenehmeren Griff zu erhalten.
Mischgewebe können deshalb sinnvoll sein für:
- Corporate Wear
- Uniformen
- Everyday Basics
- Lifestyle-Produkte
- Sportlich inspirierte Kollektionen
- Kleidungsstücke mit hoher Waschfrequenz
Für Premium-Marken bleibt der Griff entscheidend.
Eine ungünstig entwickelte Baumwoll-Polyester-Mischung kann schnell synthetisch wirken. Eine hochwertige Mischqualität kann dagegen sehr weich und angenehm sein.
Deshalb sollte immer der reale Stoff bewertet werden und nicht nur das Mischungsverhältnis auf dem Datenblatt.
Wann ist Elasthan im T-Shirt sinnvoll?
Elasthan wird eingesetzt, wenn zusätzliche Dehnung und eine bessere Rücksprungkraft benötigt werden.
Typische Zusammensetzungen wären etwa:
95 % Baumwolle / 5 % Elasthan
oder
97 % Baumwolle / 3 % Elasthan
Geeignet ist das beispielsweise für:
- Slim-Fit T-Shirts
- Körpernahe Damenoberteile
- Stretch Basics
- Figurnahe Styles
- Produkte mit höherem Anspruch an Formrückstellung
Bei klassischen Relaxed- oder Oversized-T-Shirts ist Elasthan dagegen häufig nicht erforderlich.
Single Jersey besitzt aufgrund seiner Strickstruktur ohnehin eine gewisse natürliche Dehnbarkeit.
Unnötig eingesetztes Elasthan kann beeinflussen:
- Griff
- Fall
- Nähverhalten
- Rücksprungkraft
- Produktionskosten
- Verarbeitungsanforderungen
Für viele klassische T-Shirt- und Streetwear-Projekte ist 100 % Baumwolljersey daher weiterhin eine sehr gute Lösung.
Wie B2B-Marken T-Shirt-Stoffe richtig spezifizieren sollten
Ein häufiger Fehler in der Beschaffung ist eine zu allgemeine Materialanfrage.
Zum Beispiel:
„Wir möchten ein hochwertiges T-Shirt aus 100 % Baumwolle.“
Diese Formulierung lässt sehr viele technische Punkte offen.
Besser wäre beispielsweise:
„Wir entwickeln ein Premium-T-Shirt im Relaxed Fit aus 100 % gekämmtem Baumwoll-Single-Jersey mit etwa 200 GSM, weichem Griff und kontrollierter Schrumpfung.“
Damit erhält der Hersteller eine wesentlich klarere Vorgabe.
Diese Angaben sollten idealerweise auch im Tech Pack für die Bekleidungsproduktion dokumentiert werden:
- Faserzusammensetzung
- Garnqualität
- Strickkonstruktion
- Ziel-GSM
- Farbe
- Gewünschter Griff
- Ausrüstung
- Schrumpfanforderungen
- Elastizität und Rücksprung
- Druckeignung
- Pilling-Anforderungen
- Farbechtheit
- Zertifizierungen, falls erforderlich
Je genauer der Entwicklungsauftrag definiert ist, desto leichter lassen sich unterschiedliche Stoffoptionen vergleichen.
Welcher T-Shirt-Stoff passt zu welchem Markenprofil?
Unterschiedliche Markenmodelle brauchen unterschiedliche Materialstrategien.
Startup Fashion Brand
Für eine junge Marke, die ihre erste T-Shirt-Kollektion entwickelt, bietet sich häufig eine vielseitige Qualität an.
Guter Ausgangspunkt:
180–200 GSM gekämmter Baumwolljersey.
Dieser Bereich eignet sich für viele Jahreszeiten und vermittelt bereits eine solide Wertigkeit.
Premium Basics Brand
Eine Premium-Basics-Marke kann stärker in Richtung:
200–220 GSM gekämmte Baumwolle oder zertifizierte Bio-Baumwolle
gehen.
Das zusätzliche Gewicht vermittelt mehr Substanz, ohne zwangsläufig zu schwer zu wirken.
Streetwear Brand
Für Oversized-, Drop-Shoulder- oder Boxy-Fits ist häufig:
220–280 GSM Baumwolljersey
geeignet.
Die höhere Stoffmasse unterstützt die Silhouette und entspricht dem Griff, den viele Kunden im Premium-Streetwear-Segment erwarten.
Sommer- oder Resort-Marke
Für warme Märkte bietet sich eher:
150–170 GSM Baumwolljersey
an.
Bei Weiß, Creme und Pastelltönen sollte die Transparenz besonders sorgfältig geprüft werden.
Corporate Wear oder Produkte mit hoher Waschfrequenz
Hier können Baumwoll-Polyester-Mischungen eine bessere Formstabilität und Pflegeeigenschaften bieten.
Die richtige Stoffwahl sollte letztlich immer zur Produktstrategie der Marke passen.
Schrumpfung sollte vor der Serienproduktion getestet werden
Baumwolljersey kann sich nach dem Waschen verändern.
Wird das Schrumpfverhalten nicht sauber kontrolliert, kann das fertige Kleidungsstück nach wenigen Wäschen von den freigegebenen Maßen abweichen.
Mögliche Veränderungen sind:
- Kürzere Körperlänge
- Verringerte Brustweite
- Kürzere Ärmel
- Verformung des Halsbereichs
- Spirality beziehungsweise Verdrehen
- Veränderung des gesamten Fits
Das ist besonders kritisch, wenn eine Marke mehrere abgestufte Größen produziert.
Ein Sample, das vor dem Waschen korrekt aussieht, sich aber nach der Pflege deutlich verändert, ist nicht produktionsreif.
Während der Entwicklung sollten deshalb geprüft werden:
- Stoffschrumpfung
- Kleidungsstückschrumpfung
- Waschverhalten
- Maßtoleranzen
- Optik nach dem Waschen
Verfahren wie Kompaktierung können die Dimensionsstabilität verbessern.
Trotzdem sollte der tatsächliche Produktionsstoff immer getestet werden.
Für B2B-Einkäufer ist das ein wichtiger Unterschied zwischen einfacher Stoffbeschaffung und professioneller Produktentwicklung.
Genau deshalb sollte das Verhalten des Stoffes bereits während der Musterentwicklung und Prototyping-Phase am fertigen Kleidungsstück geprüft werden.
Druck und Stickerei beeinflussen die Stoffwahl
Die gewünschte Veredelung sollte bereits vor der endgültigen Stofffreigabe feststehen.
Screen Printing, DTF-Druck und Stickerei reagieren unterschiedlich auf Stoffgewicht, Oberfläche und Elastizität.

Beispiele:
- Schwere Stickerei kann sehr leichten Jersey verziehen
- Große Prints können sich auf Stretch-Stoffen anders verhalten
- Eine glatte Baumwolloberfläche kann die Druckschärfe verbessern
- Heavyweight-Stoffe eignen sich häufig gut für großflächige Streetwear-Grafiken
Marken sollten deshalb frühzeitig kommunizieren:
- Motivgröße
- Platzierung
- Druckverfahren
- Anzahl der Farben
- Stickereigröße
- Stichdichte
- Gewünschten Oberflächeneffekt
Idealerweise wird die Veredelung auf dem tatsächlichen Produktionsstoff getestet.
So lassen sich Kompatibilitätsprobleme vor der Bulk-Produktion erkennen.
Warum die Türkei für T-Shirt-Produktion relevant ist
Die Türkei verfügt über eine etablierte Textil- und Bekleidungsindustrie mit Kompetenzen in Strickerei, Färbung, Stoffveredelung, Konfektion, Druck und Stickerei.
Gerade für deutsche und europäische Modemarken kann das während der Produktentwicklung von Vorteil sein.
T-Shirt-Produktion umfasst häufig mehrere eng miteinander verbundene Schritte:
- Stoffbeschaffung
- Auswahl des GSM
- Färbung oder Farbentwicklung
- Schnittentwicklung
- Musterfertigung
- Druck- oder Sticktests
- Fit-Korrekturen
- Qualitätskontrolle
- Serienproduktion
Wenn diese Bereiche innerhalb eines gut entwickelten Produktionsclusters zusammenarbeiten, können Kommunikation und Produktentwicklung effizienter organisiert werden.
Istanbul ist dabei besonders relevant, weil Stofflieferanten, Konfektionsbetriebe, Druckereien, Stickereien und weitere Dienstleister regional eng miteinander verbunden sind.
Das ersetzt keine sorgfältige Lieferantenauswahl.
Es schafft jedoch gute Voraussetzungen für Marken, die eine flexible und vergleichsweise integrierte Lieferkette suchen.
T-Shirt-Entwicklung mit Istanbul Factory
Istanbul Factory arbeitet mit Modemarken, Streetwear-Labels, Start-ups und etablierten Unternehmen, die Private Label und Custom Clothing in der Türkei produzieren möchten.
Bei T-Shirt-Projekten können wir unter anderem folgende Bereiche unterstützen:
- Stoffbeschaffung
- Auswahl von Baumwolljersey
- GSM-Empfehlungen
- Konventionelle und Bio-Baumwolle
- Schnittentwicklung
- Garment Sampling
- Fit-Korrekturen
- Screen Printing
- DTF-Druck
- Stickerei
- Labels und Verpackung
- Qualitätskontrolle
- Serienproduktion
Unser Ansatz besteht darin, den Stoff nicht isoliert zu betrachten.
Vor der Serienfertigung muss das gesamte Produkt stimmig sein: Stoffgewicht, Fit, Veredelung, Druck oder Stickerei sowie Zielpreis sollten zur Positionierung der Marke passen.
Planen Sie eine neue T-Shirt-Kollektion?
Wenn bereits ein Tech Pack, ein Referenzmuster oder eine klare Designrichtung vorhanden ist, kann Istanbul Factory passende Stoffoptionen bewerten und Produktionsmuster entwickeln, bevor die Serienfertigung beginnt.
Wenn die Spezifikationen noch nicht vollständig feststehen, können wir gemeinsam geeignete Optionen auf Grundlage von Zielmarkt, Passform, Positionierung und Produktionsanforderungen definieren.
Das Ziel ist nicht, lediglich einen Stoff auszuwählen, der auf einem Swatch gut aussieht.
Entscheidend ist ein T-Shirt, das sich hochwertig anfühlt, nach dem Waschen zuverlässig performt und das Qualitätsversprechen Ihrer Marke glaubwürdig widerspiegelt.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Stoff ist für T-Shirts am besten?
Für viele Modemarken ist 100 % gekämmter Baumwoll-Single-Jersey mit etwa 160 bis 220 GSM ein guter Ausgangspunkt. Leichte T-Shirts können darunter liegen, während Premium-Oversized- und Streetwear-Shirts häufig 220 bis 280 GSM oder mehr verwenden.
Welche GSM-Zahl ist für ein Premium-T-Shirt sinnvoll?
Für viele hochwertige Everyday-T-Shirts sind 180 bis 220 GSM geeignet. Heavyweight- und Streetwear-Modelle liegen häufig bei 220 bis 280 GSM, abhängig von gewünschtem Griff und Struktur.
Ist 100 % Baumwolle der beste Stoff für T-Shirts?
100 % Baumwolle ist aufgrund des natürlichen Griffs, Komforts und der Atmungsaktivität sehr beliebt. Baumwoll-Polyester-Mischungen können jedoch sinnvoller sein, wenn Formstabilität, Trocknungszeit oder Haltbarkeit wichtiger sind.
Ist gekämmte Baumwolle gut für Premium-T-Shirts?
Ja. Gekämmte Baumwolle wird häufig für hochwertige T-Shirts verwendet, da sie zu einem gleichmäßigeren Garn und einer glatteren Stoffoberfläche beitragen kann.
Ist Bio-Baumwolle besser als konventionelle Baumwolle?
Nicht automatisch. Bio-Baumwolle kann nachhaltigere Beschaffungsziele unterstützen, aber die Qualität des fertigen T-Shirts hängt weiterhin von Garn, GSM, Strickqualität, Färbung, Veredelung und Verarbeitung ab.
Welches GSM eignet sich für Oversized T-Shirts?
Viele Oversized- und Streetwear-T-Shirts verwenden 220 bis 280 GSM Baumwolljersey, da schwerere Qualitäten strukturierte und boxige Silhouetten besser unterstützen können.
Sollte ein T-Shirt Elasthan enthalten?
Körpernahe T-Shirts können von etwa 2 bis 5 % Elasthan profitieren. Relaxed- und Oversized-T-Shirts benötigen Elasthan in vielen Fällen nicht.
Ist Heavyweight-Baumwolle besser für Streetwear?
Heavyweight-Baumwolle eignet sich häufig sehr gut für Streetwear, da sie mehr Struktur bietet und Oversized-Silhouetten sowie große Prints unterstützt. Die Gesamtqualität hängt jedoch ebenso von Garn, Fit, Veredelung und Verarbeitung ab.
