Die Wahl zwischen Strickstoff und Webstoff beeinflusst deutlich mehr als nur die Optik eines Kleidungsstücks.
Sie wirkt sich darauf aus, wie ein Produkt sitzt, wie es sich bewegt, wie stabil seine Form bleibt, wie es verarbeitet werden muss und wie es sich nach dem Waschen verhält.
Für Modemarken ist dieser Unterschied deshalb eine der wichtigsten Grundlagen bei der Materialauswahl.
Dabei geht es nicht in erster Linie um die Faser selbst.
Baumwolle, Polyester, Viskose, Wolle oder Mischungen können sowohl in gestrickten als auch in gewebten Konstruktionen eingesetzt werden. Entscheidend ist, wie aus den Garnen ein Stoff entsteht.
Strickstoffe werden aus miteinander verbundenen Maschen aufgebaut. Webstoffe entstehen durch das rechtwinklige Verkreuzen von Kett- und Schussfäden.
Diese unterschiedliche Konstruktion beeinflusst Stretch, Rücksprungverhalten, Fall, Stabilität, Atmungsaktivität, Verarbeitung und den späteren Einsatzbereich des Kleidungsstücks.
Ein Baumwoll-T-Shirt und ein Baumwollhemd können beispielsweise aus derselben Faser bestehen und sich dennoch vollkommen unterschiedlich verhalten, weil das T-Shirt üblicherweise aus Jersey und das Hemd aus gewebtem Popeline gefertigt wird.
Für professionelle Bekleidungsentwicklung lautet die wichtigste Frage daher nicht:
Ist Strickstoff oder Webstoff besser?
Sondern:
Welche Stoffkonstruktion unterstützt Passform, Silhouette, Komfort, Funktion und Zielpreis des geplanten Produkts am besten?
Strickstoff vs. Webstoff: Was ist der wichtigste Unterschied?
Der zentrale Unterschied zwischen Strickstoff und Webstoff liegt in der Art, wie die Garne miteinander verbunden werden.
Strickstoffe bestehen aus ineinandergreifenden Maschen und bieten dadurch meist mehr natürliche Elastizität und Flexibilität. Webstoffe entstehen durch das Verkreuzen von Kett- und Schussfäden und bieten in der Regel mehr Struktur und Formstabilität.
Aus diesem konstruktiven Unterschied ergeben sich viele der späteren Eigenschaften eines Kleidungsstücks.
Strickstoff und Webstoff im direkten Vergleich
| Eigenschaft | Strickstoff | Webstoff |
|---|---|---|
| Konstruktion | Ineinandergreifende Maschen | Verkreuzte Kett- und Schussfäden |
| Natürliche Dehnung | Meist höher | Meist geringer |
| Rücksprung | Abhängig von Konstruktion und Faser | Häufig kontrollierter |
| Struktur | Flexibel und weich | Stabiler und strukturierter |
| Fall | Oft weich und fließend | Von weich bis sehr formstabil |
| Knitterverhalten | Häufig weniger sichtbar | Oft stärker ausgeprägt |
| Schnittkante | Kann sich einrollen | Franst häufig aus |
| Passform | Flexibel und körpernah | Definierter und kontrollierter |
| Typische Produkte | T-Shirts, Hoodies, Leggings, Polos | Hemden, Hosen, Jacken, Denim |
| Verarbeitung | Dehnbare Nähte erforderlich | Häufig strukturellere Verarbeitung |
Diese Gegenüberstellung ist hilfreich, sollte aber nicht als starre Regel verstanden werden.
Ein dichter Interlock-Strick kann deutlich formstabiler sein als ein leichter, weich fallender Viskose-Webstoff.
Auch Stretch-Denim kann wesentlich flexibler sein als klassischer, starrer Denim.
Neben der Stoffkonstruktion beeinflussen auch Faserzusammensetzung, GSM, Garnqualität, Stoffdichte, Veredelung und Elastananteil das Verhalten des Materials.

Wie werden Strickstoffe hergestellt?
Strickstoffe entstehen durch fortlaufende Maschenbildung.
Das Garn wird in Schlaufen gelegt, die miteinander verbunden werden.
Weil sich diese Maschen relativ zueinander bewegen und öffnen können, weisen Strickstoffe häufig eine natürliche Dehnbarkeit auf.
Das macht sie besonders geeignet für Kleidungsstücke, bei denen Komfort, Bewegungsfreiheit, Weichheit oder eine körpernahe Passform wichtig sind.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei große Strickverfahren.
Schussstricken
Beim Schussstricken verläuft das Garn überwiegend quer über die Stoffbreite.
Typische Materialien sind:
- Single Jersey
- Rib
- Interlock
- French Terry
- Fleece
- Piqué
Diese Stoffe sind besonders relevant für Modemarken, die T-Shirts, Hoodies, Sweatshirts, Jogginghosen, Poloshirts, Loungewear oder Streetwear produzieren.
Kettenwirken
Beim Kettenwirken verlaufen mehrere Garne überwiegend in Längsrichtung.
Diese Konstruktion wird häufig eingesetzt bei:
- Sportbekleidung
- Mesh-Materialien
- Lingerie
- technischen Textilien
- Performance-Bekleidung
Für viele Casualwear- und Streetwear-Projekte sind Jersey, Rib, French Terry, Fleece und Interlock jedoch die deutlich gebräuchlicheren Strickwaren.
Wie werden Webstoffe hergestellt?
Webstoffe entstehen durch zwei Fadensysteme.
Die Kettfäden verlaufen in Längsrichtung.
Die Schussfäden verlaufen quer über die Stoffbreite.
Wie diese Fäden miteinander verkreuzt werden, bestimmt die Bindung und damit Optik, Festigkeit, Fall und Formstabilität des Stoffes.
Leinwandbindung
Die Leinwandbindung arbeitet mit einer einfachen Über-Unter-Struktur.
Typische Beispiele sind:
- Popeline
- Canvas
- Chiffon
- Voile
- verschiedene Musselinqualitäten
Diese einfache Bindung kann sehr unterschiedliche Stoffe hervorbringen.
Ein leichter Baumwollpopeline für Hemden und ein schwerer Canvas für Jacken basieren auf ähnlichen Grundprinzipien, unterscheiden sich jedoch massiv in Gewicht, Griff und Einsatzbereich.
Köperbindung
Köper erkennt man häufig an der charakteristischen diagonalen Struktur.
Typische Beispiele sind:
- Denim
- Gabardine
- Chino
- Drill
Köperstoffe werden oft eingesetzt, wenn Strapazierfähigkeit, Formstabilität oder eine markante Oberflächenstruktur gefragt sind.
Atlasbindung
Atlasbindungen zeichnen sich durch längere Fadenflottungen an der Oberfläche aus.
Das kann zu folgenden Eigenschaften führen:
- glatterem Griff
- stärkerem Glanz
- fließenderem Fall
- hochwertigerer Oberflächenwirkung
Atlasähnliche Stoffe werden häufig bei Kleidern, Abendmode, Futtermaterialien und Produkten eingesetzt, bei denen die Oberfläche visuell eine wichtige Rolle spielt.
Stretch und Rücksprung: Ein entscheidender Unterschied

Dehnung gehört zu den deutlichsten Unterschieden zwischen Strickstoff und Webstoff.
Strickstoffe besitzen durch ihre Maschenstruktur häufig bereits ohne Elastan eine natürliche Elastizität.
Ein klassischer Baumwolljersey kann sich beispielsweise spürbar dehnen, obwohl er zu 100 % aus Baumwolle besteht.
Traditionelle Webstoffe sind stabiler, da Kette und Schuss die Bewegung des Materials stärker begrenzen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Webstoffe grundsätzlich starr sind.
Stretch kann auch bei Webstoffen erreicht werden durch:
- Elastan
- mechanischen Stretch
- spezielle Garnsysteme
- bestimmte Webkonstruktionen
- Veredelungsverfahren
Stretch-Denim ist dafür ein bekanntes Beispiel.
Er behält die typische Optik von Denim, gewinnt aber durch einen geringen Elastananteil deutlich an Komfort.
Dehnung und Rücksprung sind nicht dasselbe
Gerade für die Produktentwicklung ist diese Unterscheidung wichtig.
Dehnung beschreibt, wie weit sich ein Stoff ausziehen lässt.
Rücksprung beschreibt, wie gut er anschließend in seine Ausgangsform zurückkehrt.
Ein Stoff kann sehr elastisch sein und trotzdem einen schlechten Rücksprung aufweisen.
Das kann später zu Problemen führen wie:
- ausgebeulten Knien
- lockeren Ellenbogenbereichen
- verzogenen Halsausschnitten
- ausgeleierten Sitzbereichen
- dauerhaftem Formverlust
Bei Leggings, körpernahen Oberteilen, Ribkragen oder Stretchhosen sollte das Rücksprungverhalten deshalb genauso wichtig bewertet werden wie die reine Dehnbarkeit.
Welcher Stoff bietet mehr Struktur?
Webstoffe bieten in der Regel mehr Struktur als Strickstoffe.
Durch ihre stabilere Konstruktion eignen sie sich besonders für Produkte, die klare Linien und definierte Formen benötigen.

Typische Beispiele sind:
- Hemden
- Stoffhosen
- Blazer
- Jacken
- Mäntel
- Denim-Produkte
- Cargo-Hosen
- strukturierte Röcke
Strickstoffe erzeugen dagegen meist weichere, entspanntere Silhouetten.
Sie werden häufig verwendet für:
- T-Shirts
- Hoodies
- Sweatshirts
- Jogginghosen
- Leggings
- Strickkleider
- Poloshirts
- Loungewear
Ein gutes Beispiel ist ein Oversized-Produkt.
Ein schwerer Webköper kann Schulterlinie und Volumen sehr klar halten.
Ein weicher Jersey mit ähnlichen Schnittmaßen fällt dagegen näher am Körper und wirkt insgesamt fließender.
Deshalb wird die Passform nicht allein durch den Schnitt bestimmt.
Der Stoff selbst ist ein Teil der Passform.
Was ist atmungsaktiver: Strickstoff oder Webstoff?
Weder Strickstoff noch Webstoff ist automatisch atmungsaktiver.
Die tatsächliche Atmungsaktivität hängt von der gesamten Materialkonstruktion ab.
Entscheidend sind unter anderem:
- Faserart
- Garnstärke
- Stoffdichte
- Gewicht
- Bindungs- oder Maschenstruktur
- Veredelung
- Feuchtigkeitsmanagement
Strickstoffe werden häufig mit guter Luftdurchlässigkeit verbunden, weil einige Maschenstrukturen relativ offen sind.
Ein dichter, schwerer Fleece ist jedoch deutlich wärmer als ein leichter Baumwollpopeline.
Umgekehrt bietet ein offenes Mesh-Strickmaterial deutlich mehr Belüftung als ein dichter Köperstoff.
Für Modemarken bedeutet das:
Atmungsaktivität sollte immer am konkreten Stoff bewertet werden und nicht allein anhand der Einteilung in Strick- oder Webstoff.
Das Stoffgewicht verändert das gesamte Ergebnis
Die Entscheidung zwischen Strick und Weben sollte immer zusammen mit dem Stoffgewicht betrachtet werden.
Bei Strickwaren wird das Gewicht häufig in GSM – Gramm pro Quadratmeter angegeben.
Ein leichter Jersey kann gut für Sommer-T-Shirts geeignet sein.
Ein mittlerer Jersey wirkt häufig dichter, blickdichter und hochwertiger.
Ein schwerer French Terry kann einer Streetwear-Silhouette mehr Volumen und Struktur geben.
Gebürsteter Fleece eignet sich dagegen stärker für warme Hoodies und Herbst- oder Winterkollektionen.
Auch Webstoffe unterscheiden sich enorm.
Leichter Voile, klassischer Popeline, dichter Twill und schwerer Canvas sind alles Webstoffe, gehören aber zu völlig unterschiedlichen Produktgruppen.
Für die Stoffauswahl ist deshalb eine Regel besonders hilfreich:
Nicht nur zwischen Strickstoff und Webstoff entscheiden. Entscheidend ist die Kombination aus Konstruktion, Gewicht, Zusammensetzung, Veredelung und gewünschter Performance.
Strickstoffe in der Produktion: Was Marken wissen sollten
Strickwaren benötigen Verarbeitungstechniken, die der Dehnbarkeit des Materials folgen können.

Je nach Produkt kommen unter anderem zum Einsatz:
- Overlockmaschinen
- Coverstitchmaschinen
- Flatlockmaschinen
- Einfassmaschinen
- spezielle Verarbeitung für elastische Bereiche
Die Naht muss sich mit dem Stoff bewegen können.
Falsche Maschineneinstellungen, ungeeignete Nadeln oder falsche Fadenspannung können zu Problemen führen wie:
- welligen Nähten
- gerissenen Stichen
- Kräuselungen
- ungleichmäßigen Säumen
- verzogenen Halsausschnitten
- aufspringenden Nähten beim Tragen
Zusätzlich können bei Strickstoffen materialbedingte Themen auftreten wie:
- Einlaufen
- Spirality
- rollende Schnittkanten
- Breitenabweichungen
- unzureichender Rücksprung
Deshalb sind Tests vor der Serienproduktion wichtig.
Ein Stoff muss nicht nur auf der Rolle gut aussehen. Er muss nach Zuschnitt, Nähen, Veredelung und Waschen stabil bleiben.
Webstoffe in der Produktion: Was Marken wissen sollten
Bei Webwaren ist eine präzise Schnitt- und Konstruktionsentwicklung besonders wichtig.
Je nach Design können folgende Elemente relevant sein:
- Kragen
- Manschetten
- Knopfleisten
- Abnäher
- Falten
- Bundkonstruktionen
- Futter
- Einlagen
- strukturierte Taschen
- Knopfpositionen
Viele Webstoffe fransen nach dem Zuschneiden aus.
Daher muss auch die Nahtverarbeitung entsprechend geplant werden.
Ebenso wichtig ist die Passform.
Ein Hemd, das im Schulter- oder Brustbereich zu eng sitzt, kann nicht darauf vertrauen, dass sich der Stoff ausreichend dehnt.
Bei Webware sollten deshalb unter anderem folgende Punkte sauber abgestimmt werden:
- Bewegungszugaben
- Armlochkonstruktion
- Ärmelfreiheit
- Hüft- und Taillenmaße
- Einlagen
- Nahtzugaben
- Verhalten nach der Wäsche
Auch hier ist Sampling vor der Serienproduktion unverzichtbar.
Strickstoff vs. Webstoff: Was ist teurer?
Weder Strickstoff noch Webstoff ist grundsätzlich günstiger.
Die tatsächlichen Kosten entstehen aus einer Kombination von Materialpreis und Verarbeitungskosten.
Was beeinflusst den Stoffpreis?
Typische Faktoren sind:
- Faserzusammensetzung
- Garnqualität
- Gewicht
- Stoffbreite
- Färbeverfahren
- Veredelung
- Elastananteil
- Zertifizierungen
- Mindestmengen
- Performance-Ausrüstungen
- Waschungen
- Beschichtungen oder Drucke
Ein einfacher Baumwolljersey kann relativ günstig sein.
Ein kompakter Premium-Jersey aus hochwertigem Garn und mit spezieller Ausrüstung kann dagegen deutlich teurer ausfallen.
Dasselbe gilt für Webstoffe.
Ein Standard-Baumwollpopeline ist kostenseitig nicht mit einem hochwertigen Wollstoff vergleichbar.
Was beeinflusst die Nähkosten?
Noch wichtiger ist häufig die Konstruktionskomplexität.
Ein einfaches T-Shirt benötigt vergleichsweise wenige Arbeitsschritte.
Eine gefütterte Webjacke kann dagegen zahlreiche zusätzliche Prozesse erfordern:
- mehrere Schnittteile
- Taschen
- Einlagen
- Futter
- Verschlüsse
- Bügelarbeiten
- zusätzliche Qualitätskontrollen
Für B2B-Marken sollte deshalb immer der Gesamtpreis des fertigen Kleidungsstücks betrachtet werden und nicht nur der Preis pro Meter oder Kilogramm Stoff.
Wann sollten Sie Strickstoff wählen?

Strickstoff ist meist die bessere Wahl, wenn das Produkt Folgendes benötigt:
- natürliche Elastizität
- hohen Tragekomfort
- Bewegungsfreiheit
- Weichheit
- flexible Passform
- entspannten Fall
- körpernahe Anpassung
Typische Anwendungen sind:
- T-Shirts
- Hoodies
- Sweatshirts
- Jogginghosen
- Leggings
- Poloshirts
- Loungewear
- Activewear
- Casual-Kleider
Eine Premium-Streetwear-Marke kann für einen Oversized-Hoodie beispielsweise schweren French Terry wählen.
Damit lässt sich Komfort mit ausreichend Volumen und einer wertigen Silhouette kombinieren.
Ein körpernahes T-Shirt kann dagegen von Baumwoll-Elastan-Jersey profitieren, wenn ein besserer Rücksprung erforderlich ist.
Wann sollten Sie Webstoff wählen?
Webstoff ist meist sinnvoller, wenn das Produkt Folgendes benötigt:
- Formstabilität
- klare Linien
- Tailoring
- definierte Details
- kontrollierte Passform
- strukturierte Silhouetten
Typische Produkte sind:
- Hemden
- Hosen
- Denim
- Jacken
- Blazer
- Cargo-Hosen
- Röcke
- Kleider
- Mäntel
Ein hochwertiges Overshirt kann beispielsweise aus Baumwolltwill gefertigt werden, weil das Material Kragen, Taschen und Silhouette klar unterstützt.
Für ein leichtes Sommerhemd kann dagegen Leinen oder Baumwollpopeline die bessere Wahl sein.
Ein praktischer Entscheidungsrahmen für Modemarken
Bei der Auswahl zwischen Strickstoff und Webstoff sollte die Entscheidung beim Produkt beginnen und nicht beim Stoffmuster.
Stellen Sie zunächst folgende Fragen:
- Wie körpernah oder locker soll das Produkt sitzen?
- Wie viel Bewegungsfreiheit wird benötigt?
- Soll der Stoff seine Form halten oder weich fallen?
- Ist natürliche Dehnung erforderlich?
- Wie wichtig ist der Rücksprung?
- Für welche Saison oder welches Klima wird produziert?
- Enthält das Design Kragen, Manschetten, Abnäher oder strukturierte Taschen?
- Wird das Produkt bedruckt, bestickt, gewaschen, beschichtet oder gebürstet?
- Welchen Zielverkaufspreis hat die Kollektion?
- Welche Anforderungen bestehen an Pflege und Haltbarkeit?
Mit diesen Fragen lässt sich die Stoffauswahl deutlich gezielter eingrenzen.
Danach sollte das Material im echten Musterteil getestet werden.
Denn ein Stoffmuster allein zeigt nicht, wie sich der Stoff später verhält.
Er kann sich verändern durch:
- Nähen
- Waschen
- Bedrucken
- Besticken
- Bügeln
- Garment Dye
- wiederholtes Tragen
Sampling zeigt, ob der Stoff wirklich als Teil des fertigen Produkts funktioniert.
Warum die Türkei für Strick- und Webwarenproduktion relevant ist
Die Türkei verfügt über eine etablierte Textil- und Bekleidungsindustrie mit Zugang zu einer breiten Auswahl an Strick- und Webwaren.
Für deutsche und europäische Modemarken kann das besonders interessant sein, weil Stoffbeschaffung, Entwicklung, Sampling und Serienproduktion häufig innerhalb eines eng vernetzten Produktionsumfelds koordiniert werden können.
Das kann die Abstimmung zwischen:
- Stofflieferanten
- Schnittentwicklung
- Musterabteilung
- Veredelung
- Näherei
- Qualitätskontrolle
deutlich vereinfachen.
Gerade für Unternehmen mit engen Entwicklungszeitplänen ist diese Koordination oft ebenso wichtig wie reine Produktionskapazität.
Bei Istanbul Factory wird die Stoffauswahl deshalb als Teil der Produktentwicklung betrachtet und nicht als isolierter Einkaufsschritt.
Je nach Projekt prüfen wir unter anderem:
- Stoffkonstruktion
- Zusammensetzung
- GSM beziehungsweise Flächengewicht
- Stretch
- Rücksprung
- Schrumpfung
- Griff
- Oberflächenbild
- Eignung für Druck
- Eignung für Stickerei
- gewünschte Silhouette
- Wasch- und Veredelungsanforderungen
Das Ziel ist nicht einfach, einen verfügbaren Stoff zu finden.
Der Stoff muss technisch, visuell und wirtschaftlich zum geplanten Kleidungsstück passen.
Strick- oder Webware mit Istanbul Factory entwickeln
Eine gute Stoffentscheidung beginnt mit dem Produkt, das tatsächlich hergestellt werden soll.
Ein Material, das für ein Kleidungsstück sehr gut funktioniert, kann für ein anderes ungeeignet sein – selbst wenn Zusammensetzung, Gewicht und Preis auf den ersten Blick ähnlich wirken.
Istanbul Factory unterstützt Start-ups, Streetwear-Marken, etablierte Modelabels und B2B-Kunden bei der Entwicklung und Produktion von Bekleidung in Istanbul.
Je nach Projekt können unsere Leistungen unter anderem umfassen:
- Stoffbeschaffung
- Musterproduktion
- Schnitt- und Produktentwicklung
- Custom Clothing Manufacturing
- Private-Label-Produktion
- Druck
- Stickerei
- Qualitätskontrolle
- Koordination der Serienproduktion
Wenn bereits ein Tech Pack oder Referenzmuster vorhanden ist, können die Materialanforderungen im Hinblick auf Passform, Konstruktion, Veredelung und Produktpositionierung geprüft werden.
Wenn die Entscheidung zwischen Strickstoff und Webstoff noch offen ist, lässt sich diese bereits während Stoffbeschaffung und Sampling validieren, bevor größere Stoffmengen für die Serie bestellt werden.
Die kostengünstigste Korrektur ist fast immer diejenige, die vor der Serienproduktion erfolgt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Strickstoff und Webstoff?
Strickstoff besteht aus miteinander verbundenen Maschen, während Webstoff aus sich kreuzenden Kett- und Schussfäden aufgebaut ist. Strickstoffe sind meist elastischer und flexibler, Webstoffe bieten in der Regel mehr Struktur und Formstabilität.
Ist Strickstoff besser als Webstoff?
Nein. Keiner der beiden Stofftypen ist grundsätzlich besser. Strickstoffe eignen sich häufig besser für flexible und komfortable Kleidungsstücke wie T-Shirts, Hoodies oder Leggings. Webstoffe sind meist besser für Hemden, Hosen, Jacken, Denim und strukturierte Produkte.
Dehnt sich Strickstoff stärker als Webstoff?
Meist ja. Durch die Maschenstruktur besitzt Strickstoff eine natürliche mechanische Dehnung. Webstoffe sind in der Regel weniger dehnbar, sofern sie nicht mit Elastan, mechanischem Stretch oder speziellen Konstruktionen ausgestattet sind.
Was ist atmungsaktiver: Strickstoff oder Webstoff?
Das hängt vom konkreten Material ab. Faser, Gewicht, Dichte, Garnstruktur und Veredelung beeinflussen die Atmungsaktivität stärker als die reine Einteilung in gestrickt oder gewebt. Ein leichter Baumwollpopeline kann atmungsaktiver sein als ein schwerer Fleece.
Ist Webstoff haltbarer als Strickstoff?
Webstoffe bieten häufig eine höhere Formstabilität und können bei abriebintensiven Anwendungen Vorteile haben. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt jedoch von Faser, Garnqualität, Konstruktion, Gewicht und Veredelung ab.
Sind T-Shirts gestrickt oder gewebt?
Die meisten T-Shirts werden aus gestricktem Jersey hergestellt, weil dieser Stoff weich, flexibel und angenehm zu tragen ist.
Sind Hoodies gestrickt oder gewebt?
Die meisten Hoodies bestehen aus Strickstoffen wie French Terry oder Fleece. Diese Materialien bieten Komfort, Bewegungsfreiheit, Wärme und eine geeignete Struktur für Sweatwear.
Sind Hemden gestrickt oder gewebt?
Klassische Business- und Freizeithemden bestehen meist aus Webstoffen wie Popeline, Oxford, Twill oder Leinenmischungen. Poloshirts werden dagegen häufig aus gestricktem Piqué gefertigt.
Kann sich Webstoff dehnen?
Ja. Webstoffe können durch Elastan, mechanischen Stretch oder bestimmte Garn- und Webkonstruktionen zusätzliche Dehnbarkeit erhalten.
Können sowohl Strickstoffe als auch Webstoffe Elastan enthalten?
Ja. Elastan wird in beiden Stoffarten eingesetzt, beispielsweise in Jersey, Rib, Stretch-Denim und elastischen Hosenstoffen.
Sollte der Stoff vor der Schnittentwicklung ausgewählt werden?
Stoffauswahl und Schnittentwicklung sollten möglichst aufeinander abgestimmt werden. Dehnung, Fall, Dicke, Schrumpfung und Formstabilität beeinflussen Maße und Konstruktion des Kleidungsstücks.
Wie entscheide ich, ob Strickstoff oder Webstoff besser geeignet ist?
Beginnen Sie mit Passform, Silhouette, Bewegungsfreiheit, Struktur, Saison, Haltbarkeit und Zielpreis. Danach sollte ein Material gewählt und im Musterteil getestet werden, bevor die Serienproduktion startet.
